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Weihnachten weltweit: Ein Gefühl der Zugehörigkeit

Foto: Eine Gruppe Kinder vor einem Zaun aus knorrigen Ästen

Kinder aus einer ländlichen Gegend in Angola. Viele von ihnen haben ihre Eltern durch Aids verloren.

Foto: Ein Savannenbaum

Einen Tannenbaum wird man auch zu Weihnachten in den Savannen Angolas vergeblich suchen.

Foto: Buntes Markttreiben in Angola

Ein Markt in Luanda, hier findet man alles für die "Dezemberfeiern".

In Angola sind nicht alle Menschen Christen, das Weihnachtsfest aber wird vielerorts groß und traditionell gefeiert. Dr. Rolando Vela betreut für das Deutsche Rote Kreuz ein Projekt für Aidswaisen in der Provinz Cunene. Er erzählt, wie sich die Menschen dort auf das Fest vorbereiten.

Große Feier statt einzelner Festtage

„In Angola leben zahlreiche ethnische Gruppen, die verschiedene Sprachen sprechen und individuelle Sitten und Gebräuche pflegen. Obwohl nicht alle Angolaner Christen sind, ist das Weihnachtsfest weithin bekannt und wird vielerorts traditionell gefeiert.

In der ländlichen Region im Süden des Landes, wo ich seit 2007 arbeite, bereiten die Menschen sich sehr sorgfältig auf die „Dezemberfeiern“ vor. Weihnachten und Silvester werden nicht als einzelne Feiertage begangen. Stattdessen gibt es eine große Feier, die mehrere Tage dauert. Wie groß das Fest wird, ist immer von der finanziellen Situation der Familie abhängig. Die meisten Menschen in Angola, auch in unserem Patenprojekt, sind sehr arm. Darum sparen viele Menschen schon das ganze Jahr über, wo es ihnen möglich ist.

Eine Kuh zum Geschenk

Zu den Feiern reisen die Verwandten auch aus weit entfernten Provinzen an. Es ist üblich, als Gastgeschenk eine oder mehrere Kühe, Esel oder Ziegen mitzubringen, die für das Fest geschlachtet werden. Alle Teilnehmer sammeln sich an einem feierlich geschmückten Platz um ein großes Feuer. Zu traditioneller Musik wird getanzt und gesungen. Die Frauen bereiten aus den Gastgeschenken verschiedene Speisen zu und als besondere Spezialität wird oft selbstgemachter Fruchtlikör gereicht.

Die Familien nutzen die Tage zur Begegnung, tauschen Geschenke aus und sprechen über die Verstorbenen. Die Feiern werden auch genutzt, um Kinder zu taufen und junge Mädchen und Jungen rituell in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufzunehmen.

Ein Gefühl der Zugehörigkeit für Aidswaisen

Die „Dezemberfeiern“ mit den verschiedenen Ritualen helfen besonders den Aidswaisen, die teilweise bei Verwandten leben, nur noch einen Elternteil haben oder bei einer Gastfamilie feiern, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. Sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, ist eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Verlust von Vater und Mutter und den Folgen umzugehen. Der Gastgeber wechselt jedes Jahr. So wird die Familie, die das Fest ausrichtet, im folgenden Jahr zu Gast bei einer der anderen Familien sein.“

» Werden Sie Pate für unser Projekt für Aidswaisen

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4. Dezember 2009. Alter: 3 Jahre
 

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