Erdbeben in Peru: Noch immer Tausende auf Hilfe angewiesen
Rund vier Wochen nachdem am 15. August die Erde an der Westküste Perus bebte, sind noch immer tausende Menschen obdachlos. Oft fehlt ihnen das Nötigste: Ein Zelt und Decken, Trinkwasser und sanitäre Anlagen. Die Versorgung der Erdbebenopfer ist ein Wettlauf gegen die Zeit - Sandstürme und starke Winde bringen Kälte, der die Menschen schutzlos ausgesetzt sind.
Rotkreuz-Hilfe
Bisher sind acht Flugzeug-Lieferungen mit Hilfsgütern wie Erste-Hilfe-Materialien, Decken, Küchenuten silien und Hygienematerial eingetroffen. Mobile Gesundheitsteams des Roten Kreuzes und Fachleute für Wasseraufbereitung sind in der Region aktiv. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat unter anderem gemeinsam mit dem Peruanischen Roten Kreuz bereits 4.000 Zelte ausgeben können, und wird das Kontingent aufstocken, nachdem die peruanische Regierung den Bedarf auf weitere 40.000 Zelte schätzt. Parallel sucht das Rote Kreuz nach Alternativen der Unterkunft für die Obdachlosen – zum Beispiel aus Plastikplanen und Holz.
DRK-Hilfe
Das DRK hat Decken und Hygienesets an 1.000 der am schlimmsten betroffenen Familien in der Region ausgeben. Durch die Verteilung von Spanplatten und Plastikplanen an diese 5.000 Personen können sie sich wenigstens notdürftig vor dem Klima schützen. Drei Tage nach der Katastrophe unterstützte das DRK die Krankenhäuser in den Städten Pisco, Cañete und Chincha mit Sanitätsmaterial wie Verbänden, Feldbetten, Decken und Küchengeschirr. Viele der Kliniken sind überfüllt oder teilweise ebenfalls durch das Erdbeben zerstört worden. Über 500 Tote und 1.300 Verletzte hat das Erdbeben gefordert.
Außerdem hat das DRK mehrere Wassertankfahrzeuge zur Trinkwasserversorgung in Dörfern rund um die schwer getroffene Stadt Pisco eingesetzt. Diese LKWs befüllen drei- bis viermal täglich große Wasserbecken, die auf bekannten Plätzen in den Gemeinden aufgebaut wurden und jeweils 500-2.000 Liter Wasser fassen.
Außerdem wird das DRK Nahrungsmittelhilfe für die Erdbebenopfer bereitstellen. Essenspakete werden an 1.500 Familien ausgegeben werden, 7.500 Personen in den Regionen um Ica und Chincha können so mit Reis, Nudeln, Bohnen, Öl, Zucker, Salz und Thunfisch-Konserven versorgt werden.
Die Hilfe des DRK wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützt.
Zahlen der Zerstörung
Die Städte Pisco, Chincha und Ica, in der Nähe der Westküste und südlich von Lima gelegen, sind von dem Erdbeben mit der Stärke 8,0 besonders betroffen. Pisco ist zu etwa 80 Prozent zerstört, Gebäude und Infrastruktur sind ein einziger Trümmerhaufen. In Chincha gelten 70 Prozent aller Häuser als instabil oder gefährlich. Insgesamt sind bei dem Beben 37.000 Häuser komplett zerstört und 12.700 beschädigt worden. Außerdem sind über 80 Gesundheitseinrichtungen und mehr als 500 Schulen betroffen.
Zusammenarbeit
Das DRK hat das Peruanische Rote Kreuz über Jahre beim Aufbau des Katastrophenschutzes unterstützt, und kooperiert in seiner Arbeit eng mit der Schwestergesellschaft. Zurzeit betreibt das DRK in Peru ein Gesundheitsprojekt im Amazonas und ein Projekt zur Katastrophen-Vorsorge in Ancash im Hochland Perus.
Im Rahmen der aktuellen Erdbeben-Katastrophe arbeiten alle Rotkreuzgesellschaften, die Internationale Föderation und die lokalen Behörden und Ministerien eng zusammen.
(11.09.2007)






