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Erdbeben in Peru: DRK hilft

Am Abend des 15. August 2007 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,0 auf der Richter-Skala die Region Ica südlich von Lima, Peru. Panikartig verließen hunderttausende Menschen ihre einstürzenden Häuser, selbst stabile Betonbauten hielten dem Beben nicht stand. Der Delegierte des Deutschen Roten Kreuzes in Lima, Norbert Haase, machte sich noch in der Nacht auf den Weg in das Katastrophengebiet, um gemeinsam mit dem Peruanischen Roten Kreuz und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften die Lage einsch�

Verzweiflung

"Die Menschen wühlen in ihrem Schutt herum, um Überlebende oder unter den Trümmern liegende Leichen zu suchen", schildert Haase, der bereits seit mehreren Jahren für das DRK in Peru ist, seinen ersten Eindruck aus Pisco. Die Küstenstadt südlich der Hauptstadt Perus ist zu etwa 70% zerstört worden. In der Region Ica sind über 270.000 Menschen von der Katastrophe betroffen. Viele Familien müssen bei winterlichen Temperaturen auf der Straße schlafen – weil ihr Haus einfach nicht mehr existiert, oder aus Angst vor den Nachbeben. Sie haben oft nicht einmal Decken oder Planen, um sich vor der Kälte und dem Meereswind schützen zu können. Auch an Trinkwasser mangelt es, die Straßen sind verschüttet, das Telekommunikationsnetz ist zusammengebrochen. "Man sieht in den Augen, dass die Leute völlig geschockt sind. Sie werden die nächsten Tage auf der Straße verbringen müssen, weil viele Häuser nicht bewohnbar sind." (Haase)

Decken, Planen und Trinkwasser

Decken und Hygienesets wird das DRK an 1.000 der am schlimmsten betroffenen Familien in der 50.000-Einwohner-Stadt Cañete ausgeben. Die Bedürftigkeit der Betroffenen ermittelt das Rote Kreuz vor Ort in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Durch die Verteilung von Bambusmatten und Plastikplanen können sich die Menschen wenigstens notdürftig vor dem Klima schützen.
Außerdem wird das DRK mehrere Wassertankfahrzeuge zur Trinkwasserversorgung in der schwer getroffenen Stadt Pisco einsetzen. Diese LKWs befüllen drei- bis viermal täglich große Wasserbecken, die auf bekannten Plätzen in den Gemeinden aufgebaut wurden und jeweils 500-2.000 Liter Wasser fassen. Die Hilfe des DRK wird vom Auswärtigen Amt finanziell unterstützt.

 

Verbandmaterial und Feldbetten für die Krankenhäuser

Am Samstag unterstützte das DRK die Krankenhäuser in den Städten Pisco, Cañete und Chincha mit Sanitätsmaterial wie Verbänden, Feldbetten, Decken und Küchengeschirr. Viele der Kliniken sind überfüllt oder teilweise ebenfalls durch das Erdbeben zerstört worden. Über 400 Tote und 800 Verletzte gibt es in der Region Ica. Die Schwerstverletzten werden mit einem Hubschrauber und Flugzeugen in die Hauptstadt Lima ausgeflogen.

Zusammenarbeit

Das DRK hat das Peruanische Rote Kreuz über Jahre beim Aufbau des Katastrophenschutzes unterstützt, und kooperiert in seiner Arbeit eng mit der Schwestergesellschaft. Zurzeit betreibt das DRK in Peru ein Gesundheitsprojekt im Amazonas und ein Projekt zur Katastrophen-Vorsorge in Ancas im Hochland Perus.

Im Rahmen der aktuellen Erdbeben-Katastrophe arbeiten alle Rotkreuzgesellschaften, die Internationale Föderation und die lokalen Behörden und Ministerien eng zusammen.

(20.08.2007)

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