Schule statt Arbeit – eine bessere Zukunft für Limas Straßenkinder
Über 20.000 Kinder leben oder arbeiten auf den Straßen von Perus Hauptstadt Lima. Drogen, Kriminalität und Prostitution sind hier an der Tagesordnung. Nur mit einer Schulausbildung haben sie die Chance, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Das Rote Kreuz kämpft gegen Kinderarbeit und für eine bessere Zukunft von Limas Straßenkinder.
Region: San Juan de Lurigancho, Lima
Laufzeit: seit September 2003
Projektvolumen: 120.000 Euro
Finanzierung: Spenden, Paul-Erna-Stiftung
Partner: Peruanisches Rotes Kreuz, TACIF (lokale Kinderorganisation)
Teufelskreis Kinderarbeit

- Viele Kinder in Peru müssen arbeiten gehen, um ihre Familien zu unterstützen.
San Juan de Lurigancho ist das größte und ärmste Viertel in Perus Hauptstadt Lima. Viele Familien haben kein Dach über dem Kopf. Anstatt regelmäßig in die Schule zu gehen, müssen die meisten Kinder arbeiten, um Geld zu verdienen. Nur so können ihre Familien überleben. Oft kehren die Kinder der Schule ganz den Rücken. Dann verbringen sie den größten Teil ihres Lebens auf der Straße. Sie geraten in eine Szene, die von Drogen, Kriminalität und Prostitution bestimmt ist. Ein Teufelskreis, dem die Kinder ohne Schulbildung nicht entkommen können.
Schulausbildung: Eine Chance der Armut zu entfliehen

- Mit einem Schulabschluss haben die Kinder eine Chance, einen besser bezahlten Job zu bekommen und sich und ihre Familie aus der Armut zu befreien.
Um die Kinder aus diesem Teufelskreis zu befreien, betreut das Deutsche Rote Kreuz in Lima seit 2003 Projekte gegen Kinderarbeit. In acht Schulen geben Lehrer den Kindern freiwillig Nachhilfeunterricht. Hier können sie den verpassten Lernstoff nachholen. Ein Erfolgserlebnis, das die Kinder motiviert, wieder zur Schule zu gehen. In praktischen Kursen wie Kochen, Gärtnerei und Kleintierzucht lernen die Kinder außerdem viel für ihr späteres Leben. Zusätzlich stärken verschiedene Sportangebote, Theater-, Tanz- und Musikworkshops das Selbstvertrauen und das Wir-Gefühl der Kinder und Jugendlichen. Das macht sie stark für die Zukunft.
Gemeinsam gegen Kinderarbeit

- Für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: In Näh- oder Computerkursen erlernen die Eltern wichtige Fähigkeiten.
Viele Eltern sind arbeitslos oder arbeiten als Tagelöhner. Daher ist der geringe Zuverdienst der Kinder für die Familien überlebensnotwendig. Es wichtig, den Eltern Einkommensalternativen aufzuzeigen. So können sie ihre materielle Situation selbst verbessern und sind nicht mehr auf die Arbeit ihrer Kinder angewiesen. In Kursen lernen die Eltern Nähen oder den Umgang mit Computern. Voraussetzungen, die ihnen bei der Suche nach besser bezahlten Jobs helfen.
Der Kampf gegen Kinderarbeit muss in Zukunft unbedingt weitergehen. Denn allein in Lima brauchen immer noch mehr als 20.000 Kinder Unterstützung. 2010 sollen daher mindestens vier weitere Schulen in das Projekt aufgenommen werden. Doch nur mit Ihrer Unterstützung können wir den Straßenkindern Limas auch in Zukunft helfen.
In Südamerika gibt es schätzungsweise 20 Millionen arbeitende Kinder unter 14 Jahren, für deren Zukunft wir gemeinsam weiterkämpfen müssen.
© Fotos 1: DRK / Norbert Haase; Foto 2: DRK / TACIF; Foto 3: DRK; Foto 4: DRK / TACIF; Karte: Geoatlas®




