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San Pablo – eine Leprakolonie im peruanischen Dschungel

Die Gemeinde San Pablo de Loreto liegt am Amazonas, 450 Kilometer von der Distrikthauptstadt Iquitos entfernt und ist nur auf dem Wasserweg erreichbar. Die Gemeinde wurde 1926 als Asyl für Leprakranke gegründet. Die dorthin verbannten Kranken mussten, bis zur Übernahme der Betreuung durch kanadische Franziskaner Nonnen im Jahre 1943, mit Stigmatisierung und Ausgrenzung leben.

Diashow: Leprastation in San Pablo (Fotos: DRK/Leona Keyl)
Das DRK unterstützt seit 1998 die Versorgung von Leprakranken in San Pablo.
Karte: Peru mit seinen umligenden Ländern Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Bolivien und Chile sowie dem Pazifischen Ozean.
Karte: Geoatlas®

Heute wohnen hier hauptsächlich Menschen, die an Lepra erkrankt sind oder waren, sowie ihre Familienangehörigen und Nachkommen. Bekannt wurde die Gemeinde San Pablo unter anderem durch den Besuch des jungen Che Guevara, der während seiner Reise durch Südamerika dort Station machte.

Das Rote Kreuz im Einsatz

Seit 1998 hilft das Deutsche Rote Kreuz die Lebensbedingungen der Patienten in San Pablo zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Peruanischen Roten Kreuz bemühte sich das DRK um die komplette Sanierung der ‚Casa Hogar San José’. In diesem Haus sind die Patienten untergebracht. Bäder, Küche, Wohn- und Schafräume wurden modernisiert und mit neuen Betten ausgestattet. Außerdem wurden die Gesundheitsposten und Krankenzimmer mit Medikamenten, medizinischem Gerät und Verbrauchsmaterial bestückt.

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In der ‚Casa Hogar San Jose’ leben zurzeit noch 22 ältere Patienten. Betreut und gepflegt werden sie immer noch von kanadischen Ordensschwestern. Die Patienten haben gelernt kunstvolle Holzschnitzereien (Artesania) herzustellen. Farbige Tiere der Amazonasregion werden liebevoll geschnitzt und bemalt. Früher konnten diese an vorbeireisende Touristen verkauft werden. Diese Einnahmen bleiben aber seit einigen Monaten aus, da Überfälle in der Region keine Seltenheit sind.
In der Einrichtung werden außerdem kleine Prothesen und andere Hilfsmittel hergestellt, die die Folgen der Lepraerkrankung lindern sollen. Leider fehlt es im Moment an Material zur Herstellung dieser Prothesen. Auch benötigt die Küche der Einrichtung dringend einen neuen Gasherd. Den Patienten fehlt es an Kleidung und Bettwäsche sowie Verbands- und medizinischem Material.


Das Deutsche und das Peruanische Rote Kreuz sind entschlossen, die Hilfe und Unterstützung für an Lepra erkrankten Menschen und ihre Angehörigen weiterzuführen. Auch nach der Heilung sollen die Menschen beim Weg zurück in einen normalen Alltag unterstützt werden.

 

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