Vom Sprint zum Marathon: Wiederaufbau mit den Ärmsten
Um das enorme Ausmaß des Erdbebens zu überwinden und für künftige Herausforderungen besser gerüstet zu sein, ist Haiti auf umfangreiche und intensive Hilfe von außen angewiesen. Das Deutsche Rote Kreuz wird den Neubeginn des armen Karibikstaates mit 25 Millionen Euro unterstützen. Lesen Sie hier, wo die Spenden zum Einsatz kommen.
Das DRK ist nicht erst seit dem Erdbeben in Haiti aktiv. Schon seit Jahren engagiert sich das Deutsche Rote Kreuz auf der Karibikinsel, etwa in Projekten zur Katastrophenvorsorge (Hurrikans und Überschwemmungen) und Nah-rungsmittelsicherung. Nun intensiviert das DRK seine Hilfe für den Wiederaufbau:
Medizinische Projekte
Krankenhaus in Carrefour
Operationen und Behandlungen, Geburten und psychosoziale Betreuung: Das Feldhospital im Fußballstadion in Carrefour sichert die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Das Hospital wird seine Arbeit auch über die Nothilfe-Phase hinaus bis auf weiteres fortsetzen.
Ausbildung und Katastrophenvorsorge
Besonders in Katastrophenfällen ist ein armes Land wie Haiti auf die Unterstützung geschulter freiwilliger Helfer angewiesen, etwa in der Ersten Hilfe. Als Teil des Katastrophenschutzes und der Katastrophenvorsorge wird das DRK seine bestehenden Schulungsprojekte ausbauen, um nationale Kräfte in allen Bereichen der Basis-Medizin zu schulen.
Infrastruktur-Projekte
Unterkünfte
Mindestens 700.000 Erdbebenopfer leben in provisorischen Unterkünften, doch während der Regen- und Hurricanzeit benötigen die Menschen mehr Schutz. Das DRK errichtet derzeit 1.000 erdbeben- und hurrikansichere temporäre Unterkünfte in L´Ácul (Leogane) – einfache Gebäude auf einer Betonplatte mit einem Holzständergerüst und einem Wellblechdach.
Weitere 3.000 Gebäude sind geplant. Die Kosten pro Gebäude umfassen rund 710 Euro und beim Bau der Häuser können die Menschen durch so genannte „cash for work“-Maßnahmen Beschäftigung finden und Bezahlung erhalten. Der Bau von permanenten Unterkünften für ca. 400 Familien befindet sich derzeit in Planung.
Trinkwasserversorgung und Seuchenvorsorge
In Zusammenarbeit mit dem haitianischen Roten Kreuz wird sich das DRK für sauberes Trinkwasser und Seuchenvor-sorge engagieren. Bestehende Brunnen müssen gereinigt und instand gesetzt werden. Das ist gerade in der Regenzeit wichtig, denn viele Menschen werden Monate lang nicht in ihre Häuser zurückkehren können und die hygienischen Bedingungen in den Zeltlagern sind schwierig.
Das DRK beteiligt sich zudem an den internationalen Rotkreuzaktivitäten wie der Verteilung von Material und Ausstattung zum Einrichten von Notunterkünften für ca. 2.500 Familien oder umfangreichen Impfaktionen.
© Fotos: Jakob Dall/ IFRC, DRK, American Red Cross/ Talia Frenkel, Noora Kero/ IFRC
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