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Der Weltkatastrophenbericht 2012: Über 70 Millionen vertriebene Menschen

Weltweit sind rund 72 Millionen Menschen gezwungen, getrennt von ihren Familien und fernab ihrer Heimatgemeinden zu leben. Die Zahl steigt stetig an und viele Betroffene sind langfristig vertrieben oder gar dauerhaft enteignet. Die Notlage der sogenannten Zwangsmigranten ist der Schwerpunkt des diesjährigen Weltkatastrophenberichts der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Rund 15 Millionen der Zwangsmigranten gelten als Flüchtlinge und dürfen sich nicht in ihrem Heimatland aufhalten, weil sie dort beispielsweise aufgrund ihrer Religion oder politischen Überzeugung verfolgt werden. Knapp eine Million Menschen warten darauf, als Flüchtlinge anerkannt zu werden, sie zählen zu den Asylbewerbern. Durch Konflikte wurden weitere 26,4 Millionen Menschen innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Hinzu kommen 15 Millionen Personen, die durch Naturkatastrophen gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen. Auch durch Entwicklungsvorhaben, etwa Bauprojekte wie Staudämme, sind viele Menschen heimatlos geworden – betroffen sind mindestens 15 Millionen.

© Foto: Ollivier Girard

© Foto: Olivier Matthys/IFRC

© Foto: Suomen Punainen Risti/Finnish Red Cross 2012

© Foto: Suomen Punainen Risti/Finnish Red Cross 2012

© Foto: ICRC/Marko Kokic

Foto: Talia Frenkel/American Red Cross

© Foto: Bruce Liron/British Red Cross

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Katastrophale Folgen für die Betroffenen

Vernichtete Existenzen, Heimatlosigkeit und zerbrochene Gemeinschaften sowie geschwächte Gemeinden und zerstörte Bindungen: Die Auswirkungen erzwungener Migration sind schwerwiegend. Wenn Menschen genötigt sind ihre Heimat zu verlassen, sind sie besonders verwundbar und weniger geschützt vor Gewalt – besonders Frauen und Kinder sind betroffen. Darüber hinaus ist Zwangsmigration verbunden mit gesundheitlichen Herausforderungen. Die Betroffenen sind häufig nicht nur körperlich geschwächt und abgeschnitten von einer angemessenen gesundheitlichen Versorgung, sondern leiden auch seelisch unter der Vertreibung. Zwangsmigranten leben häufig am Rande der Gesundheits- und Sozialsysteme, ihre rechtliche Lage ist prekär.

Die Flüchtlings- und Katastrophenhilfe des Roten Kreuzes

In den letzten Jahren haben eine Reihe von Katastrophen und Konflikten Menschen dazu veranlasst, ihre Familien und Heimatgemeinden zu verlassen - etwas in Haiti, Pakistan und Japan, aber auch fortwährend in Syrien. Das Rote Kreuz unterstützt die Betroffenen mit Decken, Zelten und anderen Hilfsgütern, mit medizinischen Behandlungen und psychosozialer Betreuung. Der Suchdienst des Roten Kreuzes setzt sich dafür ein, Familien wieder zu vereinen.

In Syrien ist die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die einzige Organisation, die im Land flächendeckend Hilfe leisten kann. Der Syrische Rote Halbmond, der mit über 10.000 Freiwilligen im Einsatz ist, versorgt die Menschen mit Hilfsgütern, Nahrungsmitteln sowie Wasser und leistet medizinische Hilfe.

Lesen Sie mehr zur Flüchtlingshilfe in Syrien.

Zwangsmigration - eine komplexe Herausforderung

In den letzten 40 Jahren wurde die Hilfe für Zwangsmigranten enorm ausgeweitet. Das Rote Kreuz hat dabei eine Schlüsselrolle übernommen und die humanitären Belange der Vertriebenen und der Flüchtlinge gestärkt. Dennoch bleibt viel zu tun. Der Weltkatastrophenbericht berücksichtigt nicht nur die vielfältigen, komplexen Ursachen der erzwungenen Migration, sondern untersucht auch ihre Auswirkungen und bietet Empfehlungen für Schritte, die ergriffen werden können, um langfristige und nachhaltige Lösungenzu finden.

© Foto: Suomen Punainen Risti / Finnish Red Cross 2012

 

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