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Hilfsflüge des Deutschen Roten Kreuzes

Wenn ein Erdbeben eine Region erschüttert, ein Wirbelsturm Hab und Gut zerstört oder eine Flutwelle ganze Landstriche unter Wasser setzt, brauchen die Betroffenen schnelle Hilfe. Im Katastrophenfall kann das DRK innerhalb von 24 Stunden einen Hilfsflug auf den Weg bringen, der lebenswichtige Güter in die Katastrophenregion transportiert.

Erkundungsteams bewerten die Notlage

Welche Hilfsgüter werden am dringendsten benötigt? Bevor gezielte Hilfsmaßnahmen anlaufen können, entsendet das Internationale Rote Kreuz ein Erkundungsteam aus Fachleuten in das Katastrophengebiet. Sie beurteilen innerhalb kürzester Zeit die Situation vor Ort. Mit diesem Wissen können Hilfsmaßnahmen wie zum Beispiel die Beschaffung von Hilfsgütern schnellstmöglich und gezielt anlaufen. Wichtig ist dabei auch die Koordination mit der UN bzw. den staatlichen Behören.

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Nicht jeder Hilfsflug startet aus Deutschland

Eine Frau mit Rotkreuzjacke beobachtet das Beladen eines Flugzeuges mit Hilfsgütern.
Innerhalb von 24 Stunden kann ein Hilfsflug auf den Weg gebracht werden.

Wenn möglich, werden Hilfsgüter wie Nahrungsmittel, Zeltplanen und Kleidung regional beschafft und auf dem kürzesten und schnellsten Weg in das Katastrophengebiet transportiert. Sind diese nicht in ausreichendem Umfang verfügbar, stehen Hilfsgüter für 300.000 Personen in den Logistikzentren des Internationalen Roten Kreuzes in Kuala Lumpur, Panama und Dubei transportbereit. Hilfsgüter aus Deutschland werden meist nur dann eingeflogen, wenn die Kapazitäten dieser internationalen Logistikzentren ebenfalls nicht ausreichen.

Hilfsflüge aus Deutschland starten vor allem dann, wenn die elementaren Grundbedürfnisse der betroffenen Bevölkerung sichergestellt werden sollen. Dazu gehören zunächst sauberes Wasser und die basismedizinische Versorgung. Hierfür lagert das DRK drei unterschiedliche Katastrophenhilfe-Einheiten (ERUs) in seinem Logistikzentrum am Berliner Flughafen Schönefeld: das Rotkreuzkrankenhaus, die mobile Gesundheitsstation und Wasser- und Hygieneeinheiten.

Organisation ist alles

Sobald das DRK einen Hilfsflug auf den Weg bringen soll, ist Schnelligkeit gefragt. Die Katastrophenhilfe-Einheiten, Zelte und Hygienepakete liegen im Logistikzentrum auf Abruf bereit. Hilfsgüter mit Verfallsdatum wie Lebensmittel und Medikamente werden innerhalb kürzester Zeit eingekauft. Das DRK hat hierfür vorab mit zahlreichen Lieferanten Rahmenvereinbarungen abgeschlossen, die im Katastrophenfall sofort liefern.

Flash ist Pflicht! www.youtube.com/watch?v=VhMPO7Kp_cA
Ein kurzer Film gibt Ihnen einen Einblick in das Führungs- und Lagezentrum des DRK und in das Logistikzentrum in Berlin-Schönefeld.

Das passende Flugzeug

Bei dunklem Himmel werden Paletten mit Hilfsgütern in ein Flugzeug verladen.
Das mobile DRK-Krankenhaus wird für den Flug nach China verladen.

Das Rote Kreuz verfügt nicht über eine eigene Flugzeugflotte, sondern wendet sich im Katastrophenfall an einen Spediteur. Aus einem großen Pool wird der für den Einsatz am besten geeignete Flugzeugtyp ausgewählt. Dafür müssen zunächst die zu transportierenden Güter exakt bestimmt werden: Wie viel wiegt die Fracht? Welches Volumen nimmt sie ein? Aus wie vielen Einzelteilen besteht sie? Des Weiteren müssen Informationen über die Landemöglichkeiten für die Frachtmaschine im Zielgebiet vorliegen.

Ist der passende Flugzeugtyp bestimmt, steht die Maschine innerhalb von 1-3 Tagen zur Verfügung, wird beladen und ist binnen weniger Stunden abflugbereit. Die lebensrettenden Güter können in das Katastrophengebiet gebracht werden.
 

Häufige Flugzeugmodelle

Das DRK chartert verschiedene Flugzeugtypen – abhängig vom Umfang der Hilfsgüterlieferung und von der Größe des Zielflughafens. Häufig eingesetzte Modelle sind:

  • Antonov 124: Nutzlast 120 t, Ladevolumen 800 m³
  • Boing 747-200: Nutzlast 110 t, Ladevolumen: 600 m³
  • Iljuschin 76: Nutzlast 45 t, Ladevolumen 175 m³
  • Antonov 12: Nutzlast 18 t, Ladevolumen 90 m³

© Fotos: DRK

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