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Sri Lanka: Flüchtlingsdrama im Norden der Insel

Auch nach dem Ende des Bürgerkrieges (18.05.2009) ist die Lage der Flüchtlinge in Sri Lanka dramatisch. Schätzungsweise 300.000 Menschen sind aus ihren Heimatdörfern im Norden des Landes vertrieben worden. Sie sind traumatisiert, unterernährt und zum Teil durch die Kämpfe verletzt. Das DRK unterstützt die Hilfsmaßnahmen für diese Opfer des jahrzehntelangen Konflikts.

Foto: Vater, Mutter, Kinder liegen auf Pappe im DreckTamilische Familie im Flüchtlingslager Manik Farm, Nähe Vavuniya
Karte von Sri Lanka (rot eingefärbt) im Indischen Ozean südöstlich von IndienDie Menschen fliehen aus dem Norden des Landes.

Bedrohliche Lage der Flüchtlinge

Obwohl die Regierung in Sri Lanka die Kämpfe für beendet erklärt hat, kommt die tropische Insel nicht zur Ruhe. Der 26-jährige Bürgerkrieg zwischen der tamilischen Rebellengruppe LTTE und der Zentralregierung hat seinen Tribut gefordert. Mehr als 70.000 Menschen kamen ums Leben, 300.000 Zivilisten sind aus dem Norden geflohen. Niemand weiß, wann sie in ihre Heimatorte zurückkehren können. Sie kommen in völlig überfüllten Lagern in der Nähe der Stadt Vavunyia unter. Hepatitis A, Windpocken und Typhus sind vereinzelt ausgebrochen und könnten sich zu einer Epidemie entwickeln. Die Krankenhäuser sind völlig überfüllt.

Nach dem Besuch in einem Flüchtlingslager bei Vavuniya berichtete DRK-Delegationsleiter Andreas Lindner: „Die Flüchtlinge sind in einem kritischen Zustand – zum Teil sind sie seit über einem Jahr auf der Flucht, sind geschwächt, völlig unterernährt und traumatisiert. So etwas habe ich in meinen zwanzig Jahren humanitärer Hilfe noch nie gesehen.“

Versorgung der Vertriebenen in den Flüchtlingslagern

Über 270 Freiwillige des Srilankischen Roten Kreuzes sind seit Monaten im Einsatz, versorgen die Flüchtlinge und helfen bei Hilfsgüter-Verteilungen. Das DRK ergänzt die bestehenden Nahrungsrationen mit vitaminreichen Spezialprodukten für 10.000 Flüchtlinge. Darunter sind z.B. besonders gehaltvolle, proteinreiche Kekse, die von stark Unterernährten gut vertragen werden.

Medizinische Hilfe

In den überfüllten Krankenhäusern stellt das DRK Hygienepakete für 10.000 Patienten bereit. Sie enthalten Hygieneartikel wie Handtücher, Seife und Unterwäsche. Da in den nächsten Wochen und Monaten schätzungsweise 3.000 Kinder in den Lagern zur Welt kommen werden, verteilt das DRK zudem 3.000 Mutter-Kind-Pakete mit Windeln, Babydecke, Puder, Öl und anderen hilfreichen Utensilien. Außerdem unterstützt das DRK das Chettikulam Krankenhaus in der Nähe von Vavunyia, renoviert den OP und baut zusätzliche Krankenstationen.

Durchfallerkrankungen vorbeugen

Haben die Menschen keinen Zugang zu sauberen Toiletten, können sich schnell Seuchen und Krankheiten ausbreiten. Die geschwächten Menschen sind besonders anfällig für Durchfallerkrankungen. Das DRK stellt deshalb derzeit 100 Toiletten in den überfüllten Krankenhäusern auf. Außerdem wurde eine DRK-Wasseraufbereitungsanlage, die einst nach dem Tsunami zum Einsatz kam, in Vavuniya reaktiviert, um Trinkwasser für mehrere Tausend Menschen zur Verfügung zu stellen.

Der Suchdienst führt Familien zusammen

Auch der Suchdienst des Roten Kreuzes ist in die Hilfe eingebunden. Sobald die Menschen sich als Flüchtling registriert haben, kann der Suchdienst bei der Familienzusammenführung helfen. Einige Familien wurden bereits vor Monaten bei Kämpfen auseinander gerissen. Damit können auch Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, schnell wieder mit ihren Müttern, Vätern oder Verwandten zusammengebracht werden.

© Fotos 1, 3-5: Reuters / D. Gray; Foto 2: ICRC / Z. Burduli; Karte: Geoatlas®

 
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