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Indonesien: Katastrophenvorsorge im Erbebengebiet

Für die Bewohner Indonesiens sind Naturkatastrophen Teil ihres Alltags. Der Inselstaat in einer der geologisch aktivsten Regionen der Welt wird regelmäßig von Erdbeben oder Taifunen heimgesucht. Um so wichtiger ist es, auf die Naturgewalten vorbereitet zu sein, die Leben und Existenzgrundlagen bedrohen. Mit Programmen zur Katastrophenvorsorge hilft das Deutsche Rote Kreuz der Bevölkerung seit Jahren, im Ernstfall schnell zu reagieren und dadurch Schäden zu begrenzen. Mit Erfolg, wie sich während der jüngsten Katastrophen gezeigt hat.

Foto:Ein indonesischer Rotkreuz-Rettungssanitäter schnallt einen verletzten Mann auf einer Trage fest; um die Szene stehen mehrere Männer und Frauen, im Hintergrund ist ein Rettungswagen zu sehen
Sumatra im Oktober 2009: Rettungssanitäter vom Indonesischen Roten Kreuz versorgen Erdbebenopfer

Sumatra: Rettungsdienst sichert schnelle medizinische Hilfe

Wenn die Erde bebt, wird es lebensgefährlich. Einstürzende Gebäude, Trümmer, Erdspalten. Im Katastrophenfall ist schnelle medizinische Versorgung unerlässlich. Während der jüngsten Erdbeben auf Sumatra war der Ambulanzdienst des Indonesischen Roten Kreuzes (PMI) in den betroffenen Gebieten ohne Pause im Einsatz. Dass man den vielen Verletzen schnell helfen konnte, ist der Erfolg eines langfristigen Projektes zur Katastrophenvorsorge. 

Vor 2004 gab es auf Sumatra keinen funktionierenden Rettungsdienst für Notfallpatienten. Der schwere Tsunami im Dezember 2004 hatte den Bedarf noch einmal schmerzhaft deutlich gemacht. Das Deutsche Rote Kreuz begann daher, zusammen mit dem PMI und dem Roten Kreuz Hongkong, einen Ambulanzdienst aufzubauen.

Im Norden der Insel, in Langkat, Medan und Permatang Siantar, wurden Einsatzleitstellen errichtet und technisch ausgestattet sowie Krankenwagen angeschafft. Freiwillige wurden als Rettungssanitäter ausgebildet. Neben medizinischen Grundlagen erlernten sie auch Basiswissen in Logistik und Kommunikation für die Arbeit in den Einsatzleitstellen. PMI, Regionalregierung, Polizei, Krankenhäuser und Versicherungen trafen eine Vereinbarung für die Zusammenarbeit im Einsatzfall. Dadurch kann der Dienst kostenlos angeboten werden. Mit der 118 richtete man eine gebührenfreie Notfallnummer ein. Mittlerweile sind die Rotkreuzsänitäter nach einem Anruf innerhalb von 15 Minuten bei ihren Patienten.

Bei den zwei schweren Beben Anfang Oktober leistete der Rettungsdienst aus Medan einen wichtigen Beitrag bei der Opferversorgung. Dr. Richard Munz war als medizinische Unterstützung des DRK dabei: "Wir sehen, dass die Katastrophenvorsorge sich bewährt. Das Indonesische Rote Kreuz ist gut aufgestellt, um schnelle Hilfe nach einer Katastrophe leisten zu können."

Java: Koordinierung im Katastrophenfall

Das DRK hat, mit Unterstützung des Auswärtigen Amts, eine Führungs- und Lage-Stelle (FüLS) zur Koordinierung im Katastrophenfall beim Indonesischen Roten Kreuz (PMI) in Semarang, Zentral Java aufgebaut. Seit Frühjahr 2009 laufen dort alle Fäden im Katastrophenfall zusammen.

In den Distrikten Cilacap und Kebumen wurde außerdem ein Projekt 'Katastrophenvorsorge an Schulen und in Gemeinden' gestartet, mit finanzieller Unterstützung der EU (DiPECHO). Rund 900 Schüler an 30 Schulen lernen so das richtige Verhalten im Katastrophenfall. In vier indonesischen Gemeinden führen 'Community Based Action Teams' (CBAT) Katastrophenvorsorgeschulungen und auch erste Nothilfemaßnahmen durch. Für den Ernstfall wurden in diesen Gemeinden, i.d.R. an Schulen, auch sog. 'safe places' eingerichtet, "sichere Plätze", die als Evakuierungszentren fungieren. Insgesamt werden so über 20.000 Menschen erreicht.

Bei einem Erdbeben Anfang September haben sich die Maßnahmen erstmalig bewähren können. Trotz Ausfall des Strom- und Telefonnetzes blieb die Kommunikation über das FüLS intakt, Erkundungs- und Nothilfemaßnahmen konnten koordiniert umgesetzt werden, die Bewohner konnten in den "safe places" die Nachbeben abwarten. Dies hat zu einem optimierten Einsatz geführt. Menschen in Not konnte schneller geholfen werden.

© Fotos: Katherine Mueller/Canadian Red Cross

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