Sie sind hier: Weltweit » Afrika » Weitere Berichte » Togo: Vorbereitet auf Überschwemmungen

Togo: Vorbereitet sein auf Überschwemmungen

Extreme Regenfälle und Überschwemmungen sind jedes Jahr große Risiken für die Bevölkerung von Togo. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren haben Überschwemmungen große Teile des Landes unter Wasser gesetzt. Viele verlieren dabei ihre Habe und Existenzgrundlage, oft wird die lebensnotwendige Ernte vernichtet. Das Deutsche Rote Kreuz hilft den Menschen von Togo mit Projekten zur Katastrophenvorsorge, sich besser auf Überflutungen vorzubereiten. So können Risiken und Schäden reduziert werden.

Grafik: eine schamtische Landkarte von Togo, das Land rot eingefärbt

Region: Savanes, Maritime, Plateaux
Laufzeit: seit Dezember 2008
Finanzierung: Spenden, Auswärtiges Amt
Partner: Togoisches Rotes Kreuz

Achtung Hochwasser, Evakuierung!

Der 5. August 2009 in der Region Savanes im Norden Togos: Heftige Niederschläge lassen das kleine Flüsschen Sansargou schnell anschwellen, in den Niederungen bildet das Wasser bereits kleine Seen. Frau Kolani, Mitglied des lokalen Teams für Katastrophenvorsorge in Djabargo, verfolgt mit ihren Kollegen besorgt das Ansteigen des Wasserstandes im Fluß. Mit ihrem Mobiltelefon informiert sie die lokalen Rotkreuz-Organisationen in den weiter flussabwärts liegender Ortschaften über die Überschwemmungsgefahr.

Frühes Warnen und Trinkwasser

In Djabargo selbst werden nach einer kurzen Beratung mit dem Dorfchef die Einwohner im niedrig gelegenen Teil des Ortes per Megaphone nachts gegen zwei Uhr geweckt, damit sie rechtzeitig ihre Häuser mit ihrer Habe verlassen können. Sie finden eine vorübergehende Unterkunft bei Freunden oder auf dem vorbereiteten Evakuierungsplatz. Das Rote Kreuz vor Ort kann mit einer Chlorlösung auch schnell Trinkwasser herstellen, ein Hauptproblem bei solchen Katastrophen. Dank der Informationen aus Djabargo informierten Rotkreuz-Freiwillige in den weiter flussabwärts gelegenen Ortschaften ebenfalls rechtzeitig die Dorfbewohner.

Funktionierende Alarmketten

Ähnlich wie in Djabargo reagierten im Juli die lokalen Rotkreuz-Organisationen in der Region Maritime, Südtogo. Auch hier wurde mitten in der Nacht die Alarmkette aktiv, um die Bewohner rechtzeitig vor Überschwemmungen zu warnen. Tagelange Regengüsse hatten die Aufnahmefähigkeit des Bodens an Wasser bereits erschöpft, als die Flüsse Zio, Haho und Mono neue Wassermassen aus der Region Plateaux heranführten. 25 Ortschaften wurden überschwemmt. Doch überall konnten die Bewohner rechtzeitig informiert werden. Noch im vergangenen Jahr wachten viele Dorfbewohner auf – und standen bereits im Wasser. Ein Großteil ihres Besitzes war bereits verloren.

Weniger Schäden dank guter Vorbereitung

Die gute Organisation der lokalen Rotkreuzhelfer und Dorfbewohner ist auf ein gemeinsames Projekt des Deutschen Roten Kreuzes mit seiner togoischen Partnerorganisation zurückzuführen, finanziert über das Auswärtige Amt im Rahmen der humanitären Nothilfe. Aus 100 Ortschaften wurden über 300 Mitglieder von Katastrophenteams ausgebildet, unter ihnen Frau Kolani aus Djabargo. Ziel war die Vorbereitung der Dorfgemeinden auf die für Togo typischen Überschwemmungskatastrophen. Dazu gehörte der Aufbau einer Alarmkette, um vom Oberlauf eines Flusses Ortschaften am Unterlauf über eine mögliche Gefahr informieren zu können, sowie die Installation von Messsäulen für den Wasserstand. Auch die Vorbereitung von Evakuierungsplätzen durch die Dorfgemeinschaften, die Trinkwasserbereitung und die Sensibilisierung jeder Familie, sich auf eine zügige Evakuierung vorzubereiten, waren Teil des Projekts. Dazu wurde gezeigt, wie man die oft einfach gebauten Häuser besser schützen kann. Die Überschwemmungen lassen sich dadurch nicht verhindern. Die Schäden für die Gemeinschaften und Familien aber können so deutlich verringert werden

 
Jetzt Online spenden!
IBAN: DE
63370205000005023307
BIC:
BFSWDE33XXX

Spenderservice-Tel.

030 / 85 404 - 444
(Festnetz:
Übliche Festnetzpreise,
Mobilfunkhöchstpreis:
max. 42 ct/min.)


DRK-Newsletter