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Sudan: Zugang zu den Opfern des Konfliktes sicherstellen

Anlässlich des Ministertreffens in Paris zum Thema Darfur am 25. Juni 2007 mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), den Darfur-Konflikt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Schnelle politische und humanitäre Maßnahmen müssen den Zugang zu den Opfern des Konfliktes sicherstellen, und die Kampfhandlungen sollten eingestellt werden. Dr. Rudolf Seiters, Präsident des DRK: „Die Menschen fliehen vor den anhaltenden Kämpfen, verlieren ihre Existenzgrundlage, und viele vermissen Angehörige“. Er fordert die internationale Sudankonferenz in Paris auf, Sofortmaßnahmen zu beschließen, durch die den Menschen in Darfur schneller, wirksamer und vor allem flächendeckend geholfen werden kann. Die angespannte Sicherheitslage erschwert den Einsatz von Hilfsorganisationen.

Der Strom reißt nicht ab

Über 100.000 Vertriebene suchen in den beiden Lagern nahe der Provinzhauptstadt El Fasher Zuflucht, ca. 13.000 sind allein in diesem Jahr dazugekommen. Über zweieinhalb Millionen Menschen wurden durch den schwelenden Bürgerkrieg vertrieben. Sie fliehen innerhalb des eigenen Landes oder flüchten über die Landesgrenzen hinaus. Die schwierige Sicherheitslage führt dazu, dass Hilfsbedürftige in entlegenen Gebieten nur schwer zu erreichen sind.

Gesundheit im Vordergrund

Seit Eskalation der Darfurkrise im Jahr 2003 leistet das DRK in Zusammenarbeit mit seiner nationalen Schwesterorganisation humanitäre Hilfe für die Menschen, die aus ihren Dörfern fliehen mussten. Vor allem medizinische Unterstützung ist bitternötig. Viele Familien sind nach den Strapazen der Flucht erschöpft, unterernährt und leiden an Krankheiten – und der Ungewissheit. In Abu Shok, acht Kilometer von El Fasher entfernt, leitet das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond seit drei Jahren ein Gesundheitszentrum, in dem täglich bis zu 200 Menschen behandelt werden. Außerdem werden in dem Flüchtlingslager Schulungen und Trainings zur Gesundheitserziehung durchgeführt. Zusätzlich zu der Basisgesundheitsstation in Abu Shok versorgt in West-Darfur eine mobile DRK-Klinik Nomaden und Familien, die nicht in eines der Auffanglager fliehen konnten.

"Berichten zufolge gibt es in manchen Lagern immer wieder Überfälle auf die NGOs [Nicht-Regierungs-Organisationen], die dann die humanitäre Arbeit zeitweise behindern" berichtetet Conny Häusler, die im März von einem 12-monatigen Einsatz für das DRK im Sudan zurückkehrte. Sie begleitete auch den Journalisten Stefan Maier, der in den Tagesthemen am 11. Juni das in Darfur Erlebte schilderte. "Ich bewundere den Mut der Hilfsorganisationen, angesichts dieser Bedrohung […] die Flüchtlinge zu versorgen."

(27.06.2007)

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