Somalia: Humanitäre Hilfe für die Gesundheitsversorgung in Puntland
Die katastrophale humanitäre Lage in Somalia bedingt durch die jahrzehntelange Krise, dürrebedingte Ernteausfälle und einen massiven Preisanstieg führte auch 2009 zu einer weiteren Verschlechterung der Vorsorgungslage in Puntland. Hilfsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt oder müssen phasenweise ganz eingestellt werden. Landesweit gelten 1,6 Millionen Menschen aufgrund früherer oder aktueller Konflikte als binnenvertrieben. Somalia ist einer der Schwerpunkte deutscher humanitärer Hilfe. Die zuständige deutsche Botschaft hat ihren Sitz in Nairobi.
Region: Puntland (Nordsomalia)
Laufzeit: Juni 2009 – Dezember 2009
Projektvolumen: 450.000 Euro
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond, Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften
Puntland, eine Region im Nordosten Somalias, hat sich 1998 im Kontext des somalischen Bürgerkrieges zum autonomen Teilstaat innerhalb Somalias ausgerufen und verfügt seither über eine eigene Regierung und Verwaltung. Durch die extreme Armut, die zunehmende Bevölkerungsdichte und einen schlechten Ernährungszustand ist die Bevölkerung besonders anfällig für Krankheiten aller Art. Krankheiten, die unter normalen Umständen unproblematisch verlaufen, führen hier oft zum Tode. In den meisten Krankenhäusern fehlt es an medizinischen Geräten, Medikamenten und Verbrauchsmaterialien, um Patienten angemessen versorgen zu können.
Davon sind auch zwei der wichtigens Bezirkskrankenhäuser in Puntland betroffen. Das Nugaal General Hospital in Garowe, der Hauptstadt Puntlands, das mit 76 Betten und 4 Stationen (Allgemeinmedizin, Chirurgie, Pädiatrie und Geburtshilfe) das einzige Krankenhaus ist, in das Patienten aus der ganz Region und sogar Äthiopien überwiesen werden und das Bossaso-Hospital mit 90 Betten, das in der größten Stadt und dem Handelszentrum Puntlands, der Hafenstadt Bossaso, liegt. Sein Einzugsgebiet reicht ebenfalls über die regionalen Grenzen hinaus. In den vier Krankenhausstationen Orthopädie, Chirurgie, Geburtshilfe und Gynäkologie wurden im Jahr 2008 ca. 29.000 Patienten und Patientinnen versorgt.
Wegen seines wirtschaftlichen Wohlstands wird Bossaso vermehrt zum Ziel von Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsmigranten aus anderen Teilen Somalias sowie aus Äthiopien. Viele Binnenvertriebene leben in Lagern.
Die puntländische Regierung hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten, um in das eigene Gesundheitssystem zu investieren, und viele Geldgeber scheuen aufgrund der unsicheren Situation vor Ort vor einem Engagement zurück.
Mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt konnte die Gesundheitsversorgung in den Einzugsgebieten der Bezirkskrankenhäuser in Bosaso und Garowe erheblich verbessert werden. Die Krankenhäuser wurden mit neuen Geräten für Diagnostik und Behandlung in der Chirurgie, Gynäkologie, Zahnmedizin ausgestattet. Für eine angemessene medizinische Behandlung, den täglichen Stationsbedarf und die Arbeit im Labor wurden Medikamente, Verbrauchsmaterialien sowie die zugehörige medizinische Ausrüstung bereitgestellt. Damit können mindestens 30.000 Personen für 6 Monate versorgt werden. Zusätzlich sind zwei neue Generatoren im Einsatz um Schwankungen des öffentlichen Stromnetzes aufzufangen und so zu gewährleisten, dass die Patienten durchgehend versorgt werden können. Die Hilfe kommt dabei insbesondere Kindern, schwangeren Frauen und älteren Menschen zugute, die prozentual den größten Anteil der Patienten darstellen.








