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Ruanda und Burundi: Hilfe für Zehntausende Vetriebene

In der zentralafrikanischen Region der Großen Seen (Great Lakes) wurden seit Mai 2006 mehr als 23.000 Personen gewaltsam aus ihrem Domizil in Tansania vertrieben. Viele von ihnen sind völlig mittellos und wurden von ihren Familienangehörigen getrennt. Offizielle Quellen rechnen mit der Ankunft von weiteren tausenden Vertriebenen in Ruanda und Burundi in den nächsten Wochen und Monaten.

Familienzelte bieten Schutz in Ruanda

Zusammen mit seinen afrikanischen Schwestergesellschaften versorgt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Vertriebenen. Bereits im Juli 2006 haben das DRK und das Ruandische Rote Kreuz gemeinsam eine Auffangstation nahe der ruandisch-tansanischen Grenze errichtet. Während der Regenzeit finden Neuankömmlinge dort in 250 wind- und regendichten Familienzelten Zuflucht.

Nahrungsmittel und Decken als Starthilfe

In zwei weiteren Auffanglagern im Nachbarland Burundi stellte das DRK für die Versorgung der Vertriebenen mehr als 10 Tonnen Nahrungsmittel bereit. Außerdem verteilten Rotkreuzfreiwillige dort Moskitonetze, Küchensets, Wasserkanister, Seife, Schlafmatten und Decken an mehr als 6.000 Personen. Das DRK unterstützt aktuell die Errichtung weiterer Auffangstationen im Süden Burundis sowie Maßnahmen zur Integration der Menschen in der neuen Umgebung.

Lehmhäuser für die Bedürftigsten

Auch in Ruanda verteilt das Rote Kreuz Pakete mit Haushaltsgegenständen, die den Start in ein neues Leben erleichtern sollen. Zudem erhalten die Vertriebenen bei ihrer Ankunft Hacken und Äxte, um ihre Felder bestellen und sich Hütten bauen zu können. Aber viele wurden von ihren Familienangehörigen getrennt oder sind traumatisiert und zu schwach, um Lehmziegel für eine Hütte herzustellen. Odette, 32 Jahre alt, erzählt: "Ich kam gerade mit den Kindern von der Feldarbeit, als wir in einen Wagen steigen mussten und nach Ruanda transportiert wurden. Ich konnte nicht mehr mit meinem Mann sprechen, und ich weiss nicht, wo er jetzt ist. Hier muss ich mich jetzt um die Kinder und die Feldarbeit kümmern und schaffe es nicht, mir ein Haus zu bauen". Odette wohnt mit ihren 3 Kindern seit über sechs Monaten unter einer Plastikplane, die inzwischen löchrig geworden ist und kaum mehr Schutz vor Wind und Wetter bietet.

Um Leuten wie Odette zu helfen, startet das DRK in Zusammenarbeit mit dem Ruandischen Roten Kreuz gerade ein neues Projekt in der Ostprovinz, Distrikt Bugesera. Hier werden einfache Lehmhäuser für die Bedürftigsten der Vertriebenen gebaut. Um auch die umliegende Bevölkerung zu unterstützen, wird sie beim Hausbau miteinbezogen und erhält als Gegenleistung Nahrungsmittelrationen.

Hilfe für ein neues Leben

Keiner der Vertriebenen kann nach Tansania zurückkehren. Doch fruchtbares Land und sauberes Wasser sind knapp in Ruanda und Burundi, den am dichtesten bevölkerten Ländern Afrikas. "Die Vertriebenen müssen sich nun ein neues Leben aufbauen, und dabei benötigen sie unsere Unterstützung", sagt Ulrich Wagner, der DRK-Delegierte vor Ort.Die Hilfe des DRK wird vom Auswärtigen Amt, vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie von der Europäischen Union unterstützt.

(07.08.2007)

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