Ruanda: Aktueller Film erinnert an Völkermord
Innerhalb weniger Monate im Frühjahr 1994 wurden hunderttausende Menschen im afrikanischen Land Ruanda brutal ermordet. Eine beispiellose Hasskampagne gegen die ethnische Volksgruppe der Tutsis wurde vor und während des Völkermordes geführt. Der aktuelle Kinofilm "Shooting Dogs" handelt von diesem Genozid.
Krankenhaus in Kigali
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) blieb während der 100 Tage des Genozids die ganze Zeit in Ruanda. Unter dem Schutz des Roten Kreuzes konnten Zehntausende gerettet werden. Zusammen mit dem Ruandischen Roten Kreuz brachten Rettungswagen Menschen zu einem Krankenhaus, welches das IKRK in einer Schule aufgebaut hatte. Philippe Gaillard leitete damals die IKRK-Delegation in Ruanda:
"Der Wahnsinn des Völkermordes hatte einen großen Teil der Bevölkerung ergriffen. Die Menschen, die wir retten konnten waren eher Überlebende, die die Mörder – insbesondere die Interahamwe-Milizen - noch nicht endgültig getötet hatten".
DRK heute noch aktiv in Ruanda
Heute müssen die Menschen in Ruanda wieder miteinander leben können. Und das ist schwer, denn die Gräueltaten sind auch nach 13 Jahren nicht vergessen. Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet intensiv mit dem Ruandischen Roten Kreuz zusammen. Gemeinsam betreiben wir Kindereinrichtungen, helfen Vertriebenen und leisten grundlegende medizinische Hilfe, vor allem an Frauen und Kindern. Menschlich zu handeln ist in Ruanda heute genau so wichtig wie vor 13 Jahren.
Aus der Zeit des Völkermordes erinnert sich Philippe Gaillard noch an eine positive Geschichte. "Eine Gruppe schwer bewaffneter Männer brachte eine junge Tutsi-Frau zum Krankenhaus. Sie sagten: ‚Diese Frau ist eine Krankenschwester. Wir haben sie über die letzten Wochen mit uns geführt damit sie uns bei Bedarf versorgen kann. Sie gehört zum Feind. Wir werden jetzt die Stadt verlassen und haben entschieden sie nicht umzubringen. Wir dachten, sie könnte besser in ihrem Krankenhaus aushelfen. Auf Wiedersehen.’ Ich bedankte mich bei den Männern und wünschte ihnen eine sichere Reise. Wunder sind doch manchmal möglich."
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(Mai 2007)






