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Unterstützung für Aidskranke
Aidsprojekt in Ohangwena, Namibia

Wer Naemi kennen lernt, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Die rüstige Großmutter sitzt entspannt im Schatten. Fältchen umspielen ihr Gesicht. Mit der Pfeife im Mund scheint Naemi ihren Lebensabend zu genießen. Wer würde ahnen, dass die in sich ruhende Frau sechs Aidswaisen die Mutter ersetzt, sie versorgt und trotz aller finanziellen Engpässe aufzieht? Zwei der Kinder sind selbst an Aids erkrankt. Und Naemis Geschichte ist keine Seltenheit.

Foto: Eine lächelnde afrikanische Großmutter mit einem kleinen Jungen
Ersetzt vielen Aidswaisen die Mutter: Großmutter Naemi
Grafik: schematische Karte von Namibia
Namibia zählt zu den am stärksten von Aids betroffenen afrikanischen Ländern.

Region: Ohangwena im Nordwesten Namibias
Projektdauer: April 2006 – März 2010
Projektvolumen: 964.581 Euro

Armut und Aids

Namibia zählt zu den am stärksten von HIV/Aids betroffenen Ländern Afrikas. Jeder fünfte Einwohner ist HIV-infiziert. Frauen, junge Menschen und Waisenkinder sind besonders gefährdet. Dennoch ist für viele Aids immer noch ein Tabuthema. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt Aidskranke und deren Familien in Ohangwena. Diese Wüstenregion im Nordwesten Namibias ist besonders stark von Armut und Aids betroffen. Seit etlichen Jahren schon pflegen freiwillige Rotkreuzhelfer Aidskranke im eigenen Zuhause. Doch unsere Hilfe hört hier nicht auf.

Betreuung

Das Rote Kreuz begleitet Aidskranke vor allen in den Anfängen der Behandlung. Mit Hilfe von freiwilligen Helfern vermitteln wir sie an staatliche Gesundheitszentren und Krankenhäuser, wo sie zum Glück kostenlose Aidsmedikamente erhalten. Darüber hinaus betreuen wir die Patienten bei der Medikamenteneinnahme und beraten sie in Ernährungsfragen.

Nahrungsmittelpakete

Im ersten halben Jahr während der Therapie verteilt das Rote Kreuz Nahrungsmittelpakete an die Aidspatienten. Fisch, Bohnen, Öl und Mais sorgen für eine ausgewogene Ernährung – eine wichtige Voraussetzung, damit die Aidsmedikamente wirken können.

Aidswaisen

Unter der Aids-Epidemie leiden besonders die 85.000 Kinder in Namibia, die Vater oder Mutter durch die Krankheit verloren haben. Wir bilden Freiwillige aus, um die Kinder psychologisch zu betreuen. Zusammen mit dem World Food Programme (WFP) haben wir an 12.000 Waisenkinder Nahrungsmittel verteilt. Und wir helfen den Kindern, zur Schule gehen zu können – denn Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft. Sie erhalten Schuluniformen von uns. Außerdem helfen wir den Aidswaisen ohne Geburtsurkunde, sich registrieren zu lassen. Nur dann übernimmt der Staat die Schulgebühren für sie.

Selbsthilfegruppe

Selbsthilfegruppen sind ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Projektes. Im Austausch mit anderen Betroffenen erfahren die Patienten neues Selbstvertrauen. Zudem werden Wege aufgezeigt, um Geld zu verdienen. Während die einen zum Beispiel Kunsthandwerk herstellen, produzieren andere Pflanzenöl zum Verkauf.

So hilft Ihre Spende

  • Mit 5 Euro kann ein Aidspatient die Transportkosten zur Klinik und zurückbezahlen.
  • Mit 15 Euro können wir ein Waisenkind mit Schulheften und Stiften ausstatten.
  • Für 25 Euro erhält ein Aidskranker ein Nahrungsmittelpaket für einen Monat.

Aufklärung

Um langfristig die Ausbreitung des Virus zu verhindern, treibt das Rote Kreuz die Aufklärung der Bevölkerung voran. Von unschätzbarem Wert sind hierbei unsere vielen freiwilligen Rotkreuzhelfer. Sie sprechen mit den Dorfbewohnern offen über Aids und fordern sie zum Aidstest auf. In Ergänzung zu staatlichen Maßnahmen verteilen wir Kondome und lokal angepasste Broschüren über Krankheitsverlauf, Ansteckung und Schutzmaßnahmen.

© Fotos: DRK/Johanna Mahr

 

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