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Mosambik: Überschwemmungen - Ein Helfer vor Ort berichtet

Schwere Regenfälle haben in Mosambik zu Überschwemmungen geführt. Ein Zyklon, der Ende Februar über das Land hinwegging, verschärfte die Situation für die ca. 280.000 Betroffenen noch. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt seine afrikanische Schwesterorganisation bei der Versorgung der Flüchtlinge in Notunterkünften, die zu Lagern zusammengeschlossen sind.

Am 27. Februar flog Dr. Thomas Moch in das Krisengebiet, um die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Er arbeitet von Maputo aus, reist aber auch immer wieder in die direkt betroffenen Gebiete.

Herr Dr. Moch, wie müssen wir uns die Notunterkünfte vorstellen – gibt es noch trockenen Boden?

Die Regenzeit neigt sich langsam dem Ende, es regnet nur noch wenig, und das Lager von Notunterkünften war immer trocken. Es war von vorneherein so geplant und errichtet, dass es keinen Schlamm gibt. Die Bedingungen sind also nicht so schlecht. Aber es sind weite Teile von Mosambik, kilometerweit, überschwemmt. Mosambikanische Rot-Kreuz-Mitarbeiter berichten mir, dass Menschen nun bis zu 40 Kilometer von ihrer Heimat entfernt sind, sie so weit zum Lager gekommen sind. Man rechnet mit Wochen, bis diese Regionen wieder abgetrocknet sind.

Wie ist das Klima abgesehen vom Regen? Ist es heiß?
Wird es nachts kalt?

Hier in Maputo ist es etwas weniger warm, aber in den überschwemmten Gebieten ist es sehr, sehr heiß und natürlich feucht. Nachts wird es dann schon kälter, so dass die Menschen hier Decken brauchen. Die benötigen sie ja auch, um sich darauf legen zu können, und um eben irgendetwas zum Zudecken zu haben. Für diese Gegend sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht aber normal, es gibt keine außergewöhnlichen Extrem-Schwankungen.

Wie gehen die Menschen in Mosambik damit um, dass es nach 2000/2001 schon wieder so heftige Überschwemmungen gegeben hat? Haben sie Angst? Haben sie noch Hoffnung?

Schwierig zu sagen. Hoffnung ist da, ja, aber es gibt auch große Unsicherheiten, ob sie überhaupt in ihre Heimat, nach Hause, zurückkehren können. Die Behörden hätten es gerne, dass die Menschen in höhere Gebiete umsiedeln, damit sie zukünftig nicht mehr so sehr durch Hochwasser gefährdet sind. Dort könnte auch eine Infrastruktur mit Gesundheitsstationen und Schulen entstehen. Es gibt hierbei aber auch kulturelle und soziale Probleme, denn für Viele ist beispielsweise die unmittelbare Nähe zum Friedhof sehr wichtig.
Die Menschen sind schon geknickt, aber die Stimmung in den Flüchtlingslagern ist zumindest friedlich und organisiert.

Das Norwegische RK hat eine mobile Klinik gestellt. Gibt es dort auch stationär aufgenommene Patienten?

Die mobile Klinik des Norwegischen Roten Kreuzes ist eine Basisgesundheitsstation, wie sie ja auch das Deutsche Rote Kreuz vorhält. Eigentlich ist es so, dass sie mit zehn bis 20 Betten ausgestattet sind, die nur der kurzfristigen Beobachtung von Patienten dienen. Da aber die Klinik in Vilanculo zerstört ist, dient die Basisgesundheitsstation jetzt auch als Ersatz dafür.

Sie sind jetzt seit einer knappen Woche in Mosambik. Wie ist die Stimmung unter den freiwilligen Helfern?

Die Stimmung ist im Allgemeinen gut, die Helfer sind sehr engagiert. Sie bedauern allerdings, dass es einfach an Material fehlt. Vor allem Basis-Medikamente wie Paracetamol oder einfache Malaria-Medikamente sind rar. Vielleicht war das auch ein logistisches Problem, dass sie noch nicht eingetroffen sind, aber sie erreichen uns jetzt langsam.
Die Helfer betreiben in den Notunterkünften vor allem Gesundheitserziehung, klären auf über Cholera und Malaria, machen aber auch einfach Besuche und erklären, dass man eben Toiletten benutzen und sich die Hände waschen soll und solche Dinge.

(08.03.2007)

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