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Burundi: Auffanglager für Vertriebene. Eine vergessene Notlage

Das Rote Kreuz betreibt in Burundi Auffanglager in den Grenzregionen zu Tansania, um tausende Vertriebene versorgen zu können. Die Menschen, einst aus Burundi geflohen, sind auf der Suche nach einem „neuen alten Zuhause“.

Tausende Vertriebene aus Tansania kehren nach Burundi zurück

Seit seiner Unabhängigkeit 1962 kam es in Burundi immer wieder zu gewaltsamen Konflikten. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben und flohen oftmals nach Tansania. Doch seit Anfang 2006 werden sie dort von den staatlichen Autoritäten zur Rückkehr gezwungen. Dabei handelt es sich vor allem um Frauen und Kinder – viele sind völlig mittellos, konnten ihr Hab und Gut nicht mitnehmen.

Soforthilfe in den Auffanglagern

Das Rote Kreuz wurde offiziell von der Burundischen Regierung gebeten, sich um die Vertriebenen zu kümmern. Im Nordosten des Landes betreibt das Rote Kreuz bereits seit 2006 Auffanglager in Muyinga und Cankuzo. Auch in den südlichen Grenzregionen errichtete das Rote Kreuz in den Regionen Ruyigi und Makamba neue Auffanglager, um bis zu 10.000 Vertriebenen helfen zu können. Die Auffanglager bieten den Heimatlosen eine erste Notunterkunft und Verpflegung.

Nothilfesets für die ersten Monate

Nach wenigen Tagen können die Menschen zu Bekannten oder Verwandten weiterreisen, wo sie eine neue Heimat finden. Vertriebene, die keine Anlaufstelle in Burundi mehr haben, werden in spezielle Wiederansiedlungsgebiete gebracht. Das Rote Kreuz hilft beim Neustart mit Nothilfesets, die Nahrungsmittel und Haushaltsgegenstände für die nächsten drei Monate enthalten. Im vergangenen Jahr 2007 konnten insgesamt 9.513 Menschen mit diesen Hilfsmaßnahmen erreicht werden.

Ausblick

Es ist nicht abzusehen, in welchem Ausmaß die Vertreibungen weitergehen werden. Seit Februar 2008 kommen jedoch mehr und mehr Vertriebene in Burundi an, teilweise bis zu 360 Menschen pro Tag. Man schätzt, dass derzeit noch 350.000 Burundi-Flüchtlinge in Tansania leben. Sie könnten die nächsten an der Grenze sein.

(21.02.2008)

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