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Sudan: Wie baut man eine Basisgesundheitsstation?

Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist für viele Menschen im Sudan nicht gegeben. Das DRK hat im Süden des Landes in Kooperation mit dem Sudanesichen Roten Halbmond eine Basisgesundheitsstation aufgebaut, in enger Zusammenarbeit mit den Einwohnern des Ortes Yambio. Die einzelnen Schritte, von der Planung über die Grundsteinlegung bis zur Eröffnung, hat DRK-Delegierte Sonja Nientiet nachgezeichnet.

Grafik: Ausschnitt einer Afrikakarte, das Land Sudan ist rot ingefärbt
Yambio liegt im Süden, in Grenznähe zum Kongo

Bedarf klären und informieren

Informieren über die Rotkreuzarbeit bei einer Dorfversammlung

Vor dem Bau einer Gesundheitsstation muss man wissen, wo der Bedarf dafür am Größten ist. Wo wohnen Menschen, die keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben? Wie weit müssen sie laufen, um medizinisch versorgt zu werden? Gibt es Medikamente, ausgebildetes Personal? Das DRK und der Sudanesische Rote Halbmond kontaktieren dafür das Gesundheitsministerium. In den ermittelten Orten bitten wir um eine Art Gemeinderatsversammlung. Dorfvorsteher, Lehrer, Dorfälteste und andere wichtige Personen nehmen daran teil. Wir stellen zunächst die Rotkreuzbewegung vor. In Yambio, ganz im Süden des Sudans, soll durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Basisgesundheitseinrichtung gebaut und Personal ausgebildet werden. Dazu werden Brunnen gebohrt, es wird Saatgut verteilt. Nach langen Jahren Bürgerkrieg erhalten Menschen so wieder eine Existenzgrundlage.

Zusammen ans Ziel

Foto: Rohbau der Gesundheitsstation
Die Station nach vier Monaten

Eine ortsansässige Firma wird beauftragt das Gebäude zu erstellen, immer in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft. Noch bevor das Gebäude fertig ist, organisieren wir Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter der einzelnen Einrichtungen der Gesundheitsstation.

 

Medizinische Auffrischungskurse

Traditionelle Geburtshelferinnen sind eine wichtige Stütze für das Gesundheitswesen im Sudan. Manche haben vor Jahren einen Kurs besucht, doch viele Frauen wenden einfach das praktisch Erlernte und Erlebte an, um Gebärenden zu helfen. In diesem zehntägigen Auffrischungskurs wiederholen sie viele wichtige Dinge. Themen wie allgemeine Hygiene oder rechtzeitige Überweisung von Risikoschwangeren. Im Sudan sterben viele Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Sie lernen Grundsätzliches zur Übertragung/ Vermeidung von HIV, Schnelltests und über das Krankheitsbild AIDS. Viel Zeit verwenden wir auf das Thema Mutter-Kind-Übertragung. Wie man HIV-positive Schwangere betreut, wie man ihnen und ihren Kindern helfen kann. Auch in Entwicklungsländern gibt es Möglichkeiten, die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind zu unterbinden. Es ist noch viel zu tun, um den Betroffenen den Zugang zu den nötigen Medikamenten zu ermöglichen.

Endlich impfen

Nach einer Phase der Aufklärung und Werbung für die Eltern und der Schulung des Gesundheitspersonals geht es jetzt endlich los. Es wurden zusätzlich Fahrräder angeschafft, um vielen Bewohnern die Anreise zu einer Vorbeugeuntersuchung zu ermöglichen. Alle warten auf die Impfungen. Im Sudan sterben viele Kinder an den Folgen einer Masernerkrankung.  Für Frauen im gebärfähigen Alter gibt es die Tetanus-Impfung. Wenn sie drei Injektionen innerhalb bestimmter Abstände erhalten, ist auch das Neugeborene für einige Wochen geschützt - bis es selbst geimpft werden kann. Nach einigen Wochen hat sich die Gesundheitsstation etabliert. Besonders der Mittwoch als Tag der Schwangerschaftsvorsorge ist ein fester Termin für die Frauen von Yambio geworden.

Sonja Nientiet, DRK-Delegierte, Sudan

© Fotos: DRK / Sonja Nientiet

 

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