Gesundheitsstation für Vertriebene im Darfur
Der Darfurkonflikt im Norden Sudans dauert an. Von einst drei Gesundheitsstationen in der Region um El Fasher ist nur eine geblieben. Hier stellt das Rote Kreuz die medizinische Versorgung von ca. 55.000 Vertriebenen sicher. Die Betreuung von Müttern und Kindern sowie die medizinische Ausbildung der lokalen Mitarbeiter sind neben der Basisversorgung wichtige Bestandteile der Arbeit vor Ort.
Region: Flüchtlingslager Abu Shok, 100 km nördlich von der Provinzhauptstadt El Fasher im Dafur
Laufzeit: seit Juni 2004
Finanzierung: Spenden, Europäische Union (European Commission’s Humanitarian Aid department)
Partner: Sudanesischer Roter Halbmond
Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen
Seit der Eskalation des Darfur-Konflikts mussten über 2 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Viele leben in Flüchtlingslagern, z.B. in den Lagern Abu Shok und As Salam – beide in der Nähe von El Fasher. Allein das Flüchtlingslager Abu Shok hat mit 55.000 Bewohnern die Größe einer Kleinstadt. Dort betreibt das Rote Kreuz seit 2004 eine Basisgesundheitsstation. Es ist die einzige von ursprünglich drei Stationen in dieser Region, die noch existiert. Diese sichert nun die medizinische Versorgung der Menschen in der Region um El Fasher. Besonders Kinder unter 5 Jahren, schwangere Frauen und chronisch kranke Menschen sind auf die Hilfe angewiesen.
Ein Tag in der Gesundheitsstation
8:00 Uhr morgens. Noch ist es ruhig. Die Gesundheitsstation hat sechs Tage die Woche geöffnet. Schnell füllt sich der Wartebereich – auch mit Bewohnern der umliegenden Dörfer und aus dem Nachbarlager As Salam. Haseena, die Hebamme der Mutter-Kind-Station, öffnet ebenfalls jeden Morgen ihre Pforten. Bis die Gesundheitsstation abends schließt, werden bis zu 200 Patienten behandelt, wie die kleine Neda, die an Durchfall erkrankt ist. Andere Patienten leiden z.B. unter Atemwegserkrankungen oder Malaria. Alle sind froh über die schnelle und professionelle Hilfe, da durch den Konflikt die medizinischen Einrichtungen zerstört wurden und es wenige Ärzte gibt.
Hilfe für unterernährte Kinder
Auch der einjährige Yassir kam mit seiner Mutter in das Flüchtlingslager Abu Shok. Der Junge litt unter Durchfall, aß nicht mehr und war durch eine Malariainfektion geschwächt, die er erst wenige Monate zuvor überstanden hatte. In der DRK-Gesundheitsstation erhielt er alle lebensnotwendigen Mineralien, Vitamine und eine Antibiotikatherapie. Schon nach wenigen Tagen verbesserte sich sein Zustand. Yassirs Mutter lernte gemeinsam mit anderen Müttern unterernährter Kinder, wie man Mangelernährung vorbeugt und wann es notwendig ist, ärztlichen Rat einzuholen. Heute ist Yassir drei Jahre alt und ein gesunder Junge. Seine Mutter gibt ihr Wissen inzwischen an andere Frauen in ihrem Dorf weiter.
Erfahren Sie mehr rund um die Gesundheitsstation:
- Wie hilft das Rote Kreuz?
- Wie ist eine Gesundheitsstation aufgebaut?
- Welche Krankheiten werden behandelt?
Mittlerweile wird die gesamte Gesundheitsstation komplett durch lokale Mitarbeiter getragen.
Es ist noch immer ungewiss, wann die Vertriebenen in ihre Heimatdörfer zurückkehren können. Daher bleiben die Türen der Gesundheitsstation in Abu Shok weiterhin geöffnet.
© Fotos: R. Maro, Karte: Geoatlas®







