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Sauberes Trinkwasser für die Dörfer in Somalia

Unsichere Wasserversorgung und eine katastrophale Gesundheitssituation kennzeichnen den Norden Somalias seit Jahrzehnten. Zusammen mit dem Somalischen Roten Halbmond baut das Deutsche Rote Kreuz die Wasserversorgung wieder auf. Über 100 Berkads – große Sammelbecken für Trinkwasser -  in Somaliland werden gemeinsam mit der Bevölkerung angelegt oder ausgebaut. In besonders Dürre-gefährdeten Regionen legen wir Tiefbrunnen an und bauen bestehende Dorfbrunnen aus.

Karte Somalia: Lage im Osten Zentralafrikas mit Küstenanbindung und grenzend an die Länder Kenia, Äthiopien und Dschibuti.
Somaliland ist besonders von trockenen und dürren Landstrichen geprägt.

Region: Somaliland, im Nordosten von Somalia
Laufzeit: November 2007 -  Mai 2012
Projektvolumen: 3,38 Millionen Euro
Finanzierung: Europäische Union (bis November 2009), BMZ, Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond

Wasser ist Luxus

Die Spuren des seit 1991 andauernden Konflikts sind allgegenwärtig in Somaliland, der nord-westlichen Provinz Somalias. Die Wasserversorgung ist vielerorts zerstört. Vor allem die ländliche Bevölkerung hat in den Trockenzeiten kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Oft sind die Menschen gezwungen, sich mit Wasser aus dem Fluss oder offenen Wasserstellen zu behelfen, in die auch Tiere hineinlaufen und dort ihre Fäkalien
hinterlassen.

Krankheiten drohen

Krankheiten, die durch das stark verschmutzte Wasser übertragen werden, können nur selten behandelt werden. Ein flächendeckendes, funktionierendes Gesundheitswesen gibt es nicht, und bakterielle Infektionen wie Cholera und andere Durchfallerkrankungen können schnell lebensbedrohliche Formen annehmen. Vor allem Kinder sind betroffen, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgeprägt ist und sie durch unzureichende Ernährung ohnehin geschwächt sind.

So hilft meine Spende!

  • 160 Euro reichen, um lokal gefertigte Wasserfilter an zehn Familien zu verteilen.
  • Mit 550 Euro können wir einem Dorf die Geräte zur Verfügung stellen, um Wartungsarbeiten selbst durchführen zu können.
  • 4.500 Euro kostet der Bau eines Berkads, der bis zu 30 Familien mit Wasser versorgt.
  • 2.600 Euro sind notwendig um einen Flachbrunnen zu bauen, der 35 Familien langfristig mit Wasser versorgt.

Der Berkad - kleine Rotkreuz-Innovation mit großer Wirkung

Seit Generationen nutzen die Menschen in Somalia Berkads für ihre Wasserversorgung. Berkads sind große Becken, die abfließendes Regenwasser der umliegenden Berge auffangen. Die großen, offenen Zisternen werden zum Schutz vor Tieren, Verdunstung und Algenwachstum mit einem Netz und Dornengestrüpp abgedeckt. Oft ist das Mauerwerk jedoch marode und das kostbare Trinkwasser versickert rasch im Boden.

Tradition und Fortschritt

Das Rote Kreuz hat diese traditionellen Bauten weiterentwickelt, damit die Berkads über viele Jahre funktionstüchtig bleiben. In der traditionellen Bauweise lehnte die Mauer am Erdreich und war durch natürliche Erosion  schadensanfällig.

Die Berkads des Roten Kreuzes tragen sich selbst und sind stabiler. Zudem wurde die Baustruktur verbessert und das Speichervolumen vergrößert. Ein neu integriertes Filtersystem im Zulauf der Berkads hält grobe Schwebstoffe und Schmutz zurück. So bleiben die Berkads über viele Jahre funktionstüchtig und stellen Wasser bereit.

Die Bevölkerung macht mit

Beim Bau der Berkads sind die Dorfbewohner aktiv eingebunden. Sie stellen Sand, Natursteine und ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Maurer werden durch Helfer des Somalischen Roten Halbmonds, der Schwestergesellschaft des DRK in Somalia, ausgebildet. So finden die neuen Berkads hohe Akzeptanz im ganzen Dorf.

Ganzheitliche Hilfe

Im Rahmen des Projektes, von dem insgesamt 54 Gemeinden profitieren, werden auch Wasserfilter an die Familien verteilt, um eine für die Gesundheit unbedenkliche Qualität zu erreichen. Die Filter werden in einer eigens dafür errichteten kleinen Fabrik hergestellt, um die lokale Wirtschaft zu stärken.

Außerdem bildet der Somalische Rote Halbmond Helfer in Hygienefragen aus. Diese Freiwilligen bringen ihrer Dorfgemeinschaft den sicheren Umgang mit Trinkwasser bei und schulen die Menschen in Körperhygiene sowie der  hygienischen Aufbewahrung und Zubereitung von Nahrungsmitteln. So können Krankheiten, wie Durchfall, Haut- und Augenerkrankungen, verhindert werden.

"Berkads haben viele Vorteile für eine effiziente Wasserversorgung"

"Die Berkads haben viele Vorteile", sagt Cornelia Häusler, Leiterin des DRK-Büros für Somalia. "Das DRK knüpft an eine traditionelle Form der Wasserversorgung an und erreicht eine hohe Akzeptanz bei den Dorfmitgliedern. Außerdem ist es eine Möglichkeit, mit bescheidenen Mitteln die Wasserversorgung der Menschen nachhaltig zu verbessern, da der Bau eines Berkads mit relativ geringem technischem Aufwand möglich ist, Materialien vor Ort verfügbar sind und einheimische Arbeitskräfte eingesetzt werden können. Alles in allem ein gutes Konzept, das die Menschen vor Ort aktiv einbindet."

Fotos: DRK, Karte: Geoatlas®

 

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