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Kampf gegen Genitalverstümmelung an Mädchen und jungen Frauen in Somalia

Im ostafrikanischen Somalia ist das Ritual der weiblichen Genitalbeschneidung weit verbreitet. 97 Prozent der Mädchen und jungen Frauen müssen sich diesem Ritual beugen – viele von ihnen sterben nach dem Eingriff oder leiden ihr Leben lang unter den schmerzhaften Folgen. Deshalb unterstützt das DRK seit 2003 Kampagnen gegen Frauenbeschneidung in Somaliland.

Foto: Frauen, Männer und Kinder stehen im Freien in einem großen Kreis zusammen.
Bei Aufklärungsveranstaltungen werden die Menschen über die schwerwiegenden Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung aufgeklärt.
Kartenausschnitt: Somalia am Horn Afrikas mit den umliegenden Ländern Jemen, Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia und Tansania.
In Somaliland kämpft das DRK für die Abschaffung der Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen.

Region: Somaliland (Nordsomalia)
Laufzeit: Juni 2009 - Mai 2014
Projektvolumen: 216.000 Euro
Finanzierung: Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond

Fast 100 Prozent aller Mädchen und Frauen Somalias sind beschnitten

Somalia am Horn Afrikas gehört zu den Ländern, in denen die weibliche Beschneidung (FGM = Female Genital Mutilation) mit 97 Prozent am weitesten verbreitet ist. Schon bei wenige Tage alten Säuglingen und Kindern bis zwölf Jahren wird das extrem schmerzhafte Ritual durchgeführt. Dabei werden Teile oder die gesamten äußeren Genitalien entfernt – ohne Betäubung und mit verunreinigten Werkzeugen wie Rasierklingen und Glasscherben. Oft bleibt nur noch eine reiskorngroße Öffnung für den Abfluss von Urin und Menstruationsblut. Ernsthafte gesundheitliche und seelische Probleme sind die Folgen. Viele Mädchen sterben kurz nach dem Eingriff.

Im Alter von 14 bis 15 Jahren werden viele Mädchen zwangsverheiratet. Ein weiterer Eingriff ist nötig, um sie für die Eheschließung wieder zu „öffnen“. Dieser erfolgt durch weibliche Verwandte oder in der Hochzeitsnacht durch den Ehemann.

Aufklärungsarbeit ist dringend notwendig

Foto: Eine somalische Krankenschwester sitzt in einem Behandlungsraum hinter einem Tisch. Eine Patientin sitzt mit dem Rücken zum Betrachter neben ihr.
Sprechstunde: Hier bekommen betroffene Frauen Hilfe - physiologische und psychologische.

Seit 2003 unterstützt das DRK den Somalischen Roten Halbmond im Kampf für die vollständige Abschaffung des Rituals der weiblichen Beschneidung. Voraussetzung ist, dass sich die Haltung der gesamten somalischen Bevölkerung gegenüber den traditionellen Praktiken grundlegend ändert. In Aufklärungsveranstaltungen erfahren politische und religiöse Würdenträger, Frauen, Männer und Jugendliche, welche Gefahren und Komplikationen weibliche Genitalbeschneidung birgt. Für traditionelle Hebammen und so genannte Praktiker ist es schwer, mit der Tradition zu brechen, denn Beschneidungen sichern ihr Einkommen. Durch Umschulungen im Rahmen des Projektes erhalten sie die Möglichkeit, sich neue Einnahmequellen zu schaffen. Weiterhin unterstützt das DRK zwölf Kliniken in ganz Somaliland, in denen betroffene Frauen Hilfe finden.

Noch ein weiter Weg für Somalias Mädchen und Frauen

Foto: Religiöse Würdenträger sitzen in einem Schulungsraum zusammen.
Religiöse Würdenträger bei einem Aufklärungsseminar gegen die traditionellen Beschneidungs-Praktiken.

Aufgrund der tiefen traditionellen Verwurzelung der über 5000 Jahre alten Beschneidungspraktiken muss für Erfolge hart und lange gekämpft werden. Besonders in den ländlichen Gebieten Somalias ist die Ehe für die Frau die einzige Möglichkeit zu überleben. Doch nur beschnittene Mädchen werden zu heiratsfähigen Frauen, denn die Verstümmelung gleicht einer Garantie für Jungfräulichkeit und Würde – eine Tradition, die nur schwer zu ändern ist.

Doch es gibt Erfolge: Die Menschen Somalias werden sich der Problematik immer mehr bewusst und sind bereit, offen darüber zu sprechen und zu diskutieren. Trotzdem wird es noch lange dauern, bis sich das Verhalten in der gesamten Bevölkerung dauerhaft geändert hat.

Zum Wohle der Mädchen und Frauen Somalias darf der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung nicht aufhören! Dazu brauchen wir Ihre Spende!

So hilft meine Spende!

  • Mit 50 Euro kann eine 15-minütige Aufklärungssendung zum Thema weibliche Beschneidung im Fernsehen ausgestrahlt werden.
  • Für 85 Euro bekommt ein FGM-Praktiker die Chance, an einer Umschulung teilzunehmen und so neue Wege fern der Beschneidungstradition zu gehen.
Bei Aufklärungsveranstaltungen werden die Menschen über die schwerwiegenden Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung aufgeklärt.

© Fotos: DRK; Karte: Geoatlas®

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