Somalia: Gesundheit für Mütter und Kinder
Noch immer sterben in Somalia viele Menschen – besonders Frauen und Kinder – an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten wie Durchfall. In dem ostafrikanischen Land haben nur 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Hilfe. Deshalb unterstützt das DRK vier Kliniken des Somalischen Roten Halbmonds in Somaliland und sichert damit die medizinische Grundversorgung von rund 32.000 Menschen.
Region: Somaliland
Laufzeit: August 2005 - Dezember 2014
Projektvolumen: 706.457 Euro
Finanzierung: Spenden, Helft uns Leben e.v.
Partner: Somalischer Roter Halbmond
Lebensgefahr durch Schwangerschaft und vermeidbare Krankheiten
Voller Hoffnung sitzt die junge Mutter Aziza* vor der Klinik des somalischen Roten Halbmonds. Ihrem zweijährigen Sohn Malik* geht es sehr schlecht und so wartet sie geduldig auf ihren Aufruf. Wie jeden Tag sind viele Frauen mit ihren Kindern da. Heute ist DRK-Arzt Dr. Robert Petzhold vor Ort, um ihr Kind zu untersuchen. „Das Gesundheitswesen Somalias gehört zu den schlechtesten weltweit“, sagt der Gesundheitsdelegierte für Somalia. „Von 1.000 Kindern sterben durchschnittlich 109 Säuglinge bei der Geburt und 225 Kinder bis zum fünften Lebensjahr.“ Auch die Müttersterblichkeit ist dramatisch hoch: Mit 1.600 Todesfällen auf 100.000 Geburten ist das die drittgrößte Rate der Welt.
Viele der Todesfälle sind auf vermeidbare Krankheiten zurückzuführen. Doch oft mangelt es an Geburtshelfern, einfachen Medikamenten und Gesundheitsstationen. „Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen an Krankheiten wie Durchfall und Atemwegserkrankungen sterben“, betont Dr. Robert Petzhold. Um den Menschen ihr Recht auf Gesundheit zu sichern, unterstützt das DRK die Gesundheitsstationen in Erigaabo, Yagori, Odweine und Dilla (Somaliland).
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- 1.550 Euro kostet das Jahresgehalt einer Hebamme.
- 930 Euro kostet die jährliche Ausstattung eines Geburtshelfers, der auch Hausgeburten betreut.
Kleine Klinik mit großer Wirkung
Dr. Robert Petzhold untersucht den kleinen Malik*. Er ist stark mangelernährt und schwach. Deshalb verordnet ihm DRK-Arzt regelmäßige Portionen „Plumpy Nut“. Plumpy Nut ist eine therapeutische Fertignahrung, die speziell dafür entwickelt wurde Mangelernährung zu bekämpfen. Die Kinder werden davon mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und kommen so schnell wieder zu Kräften. Anhand von Maliks Alter, Gewicht und anderen Daten hat Dr. Petzhold genau errechnet, wie viel der Junge täglich zu sich nehmen muss, um gesund zu werden. Für Nachuntersuchungen wird Malik regelmäßig in die Klinik zurückkehren.
„Zu den üblichen Krankheiten in den Gesundheitsstationen gehören Durchfallerkrankungen, Haut- und Augeninfektionen, aber auch Darmparasiten, sexuell übertragbare Krankheiten und Komplikationen durch weibliche Genitalbeschneidung. Viele Schwangere und stillende Mütter leiden zudem unter Blutarmut“, sagt Notarzt Petzhold. Mit einfachen medizinischen Maßnahmen wie Vorsorgeuntersuchungen, Geburtshilfe und Impfungen kann das Klinikpersonal meist schnell helfen.
Das Team einer Klinik besteht aus zwei Krankenschwestern und einer Hebamme. In 3 bis 5 Räumen, die auch ein kleines Labor umfassen, versorgen die Fachkräfte vor allem Mütter und Kinder. So betreuen sie Frauen vor und nach der Geburt und verfolgen die Entwicklung der Kinder in Bezug auf Wachstum und Impfungen. Neben der Mutter-Kind-Versorgung werden aber auch andere Patienten und Krankheiten behandelt.
An Morgen denken: Hilfe zur Selbsthilfe
Das Rote Kreuz bildet in Somalia auch Gesundheits- und Geburtshelfer aus. Nur so kann die Gesundheitsversorgung in dem armen zerrütteten Land langfristig gestärkt werden.
* Name von der Redaktion geändert.
Fotos: DRK, Karte: Geoatlas®







