Mosambik: Mehr Lebensqualität für Aidswaisen
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: mehr als die Hälfte der mosambikanischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, der ostafrikanische Staat zählt zu den ärmsten Staaten weltweit. 12,5 Prozent der Menschen sind HIV-positiv, 1,6 Millionen Kinder haben ihre Eltern durch Aids verloren.
Region: Bezirk Changara, Provinz Tete
Laufzeit: Februar 2011 – April 2014
Projektvolumen: 80.000 Euro
Finanzierung: Spenden und
Partner: Mosambikanisches Rotes Kreuz
Nach dem Verlust ihrer Eltern durch die Immunschwächekrankheit sind die Kinder und Jugendlichen oftmals auf sich allein gestellt. Sie müssen Hausarbeiten verrichten, Essen kochen, manchmal sogar für Nutztiere und einen Garten sorgen. Im Kindesalter übernehmen sie bereits die Aufgaben eines Erwachsenen – für unbeschwertes Kindsein ist kaum Zeit. Auch Kinder, die eine Pflegefamilie gefunden haben, erleben soziale Ausgrenzung – Aids ist immer noch ein Tabuthema in Mosambik.
Zusammen mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz hilft das DRK Aidswaisen in der Provinz Tete im Norden des Landes. Die Waisen sind dringend auf die Unterstützung der Dorfgemeinschaft angewiesen. Darum stärkt das DRK die sozialen Netzwerke der Gemeinden und bezieht gezielt ausgewählte Erwachsene in das Projekt ein.
Kids Clubs
Eines ist den Betreuern der vier Kids Clubs der Provinz ganz wichtig: Kinder dürfen hier einfach „nur“ Kind sein und an diesem sicheren Ort zu ihrer Lebensfreude zurückfinden. Darum gibt es einen großen Spielplatz mit allerlei Spielgeräten, wie zum Beispiel Schaukeln und Klettergerüsten. Die Einrichtungen sind in der Woche von sieben Uhr morgens bis nachmittags geöffnet, am Sonntag kommen viele Kinder zum Fußballspielen auf das Gelände.
In einer Familie lernen Kinder ganz unterschiedliche Dinge, sie entwickeln ihre persönlichen Fähigkeiten und eignen sich Kompetenzen an. Durch den Tod der Eltern ist es für die Aidswaisen sehr wichtig, dieses Wissen außerhalb der Schule vermittelt zu bekommen. Darum können die Kinder in den Clubs auch Neues lernen, beispielsweise eine andere Sprache, Handarbeiten oder Gärtnern.
Die Waisen werden von ausgewählten Personen aus der Gemeinde betreut. Dies sind zum Beispiel Pflegemütter mit Waisenkindern, Großmütter und Großväter sowie Gemeindevorsteher. Im direkten Kontakt erfahren die Erwachsenen unmittelbar von den Sorgen und eventuellen Schwierigkeiten ihrer Schützlinge, und es ist möglich, schnell darauf zu reagieren. Die Helfer werden bei ihrem Engagement von Freiwilligen des Mosambikanischen Roten Kreuzes unterstützt.
Aufbau von Selbsthilfegruppen
Rotkreuzfreiwillige helfen in den Gemeinden beim Aufbau von Selbsthilfegruppen. HIV-Infizierte und andere interessierte Gemeindemitglieder sind eingeladen, gemeinsam zu überlegen, wie eine gegenseitige Unterstützung in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Mitglieder des Netzwerks planen auch gezielte Unterstützung der Aidswaisenkinder, z.B. durch das Verteilen von Schulmaterialien, Decken und Moskitonetzen. Sie achten darauf, dass die Waisen tatsächlich zur Schule gehen können und ausreichend ernährt sind.
Unterstützung von Pflegefamilien
Ergänzt wird die Arbeit der Selbsthilfegruppen durch die direkte Hilfe für die Pflegefamilien von Aidswaisen. Freiwillige Helfer und Sozialarbeiter des Roten Kreuzes besuchen die Familien und überlegen gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, neue Einkommensquellen zu erschließen oder bestehende zu verbessern.
Hühnerzucht, Buchhaltung und Maßnahmen zur Vermarktung der landwirtschaftlichen Erträge sind Themen, zu denen den Pflegefamilien von den Rotkreuz-Teams Wissen und praktische Hilfe vermittelt werden.
Weitere Informationen zum Projekt
Aktuelle Meldungen
- Interview mit H: Janssen, Leiter des DRK-Regionalbüros in Maputo (Jan 2013)
- "Mein Einsatz für Aidswaisen hilft meinem ganzen Dorf" (Mai 2012)
- Audetio kann auf eine Zukunft hoffen (November 2011)
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