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Flüchtlinge an der libysch-tunesischen Grenze

Sie kommen mit Säcken und Taschen über der Schulter. Sie sind erschöpft, hungrig und wissen nicht, wo ihre Angehörigen sind. Vor allem Gastarbeiter aus Tunesien, Ägypten und China flüchten aus Libyen, fürchten die wachsende Gefahr. Täglich erreichen Flüchtlinge die tunesische Grenze.

Fotos von der libysch-tunesischen Grenze

© Benoit Carpentier / IFRC

Überfüllte Krankenhäuser überfordern lokale Helfer

Die Lage in Libyen erfordert zunehmend humanitäre, vor allem medizinische Hilfe. „In Bengasi sind in den letzten Wochen Tausende Verletzte, vor allem mit Schussverletzungen, eingeliefert worden“, berichtet Dr. Johannes Richert, Leiter der Auslands- und Katastrophenhilfe des DRK. Die lokalen Mitarbeiter sind überfordert. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erhielt aufgrund seines völkerrechtlichen Mandats die Zusage, im umkämpften Gebiet sicher arbeiten zu können. Am 1. März starteten sechs Delegierte des DRK nach Libyen und Tunesien.

Deutsche DRK-Mitarbeiter in Libyen

Ein vierköpfiges medizinisches Team unterstützt in Bengasi, Libyen die Arbeit in einer Klinik. Das erfahrene Team, zu dem auch Krankenschwester Heike Dirschau gehört, kennt die Situation aus anderen Ländern.

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In Afghanistan, Albanien und Tansania hat Dirschau bereits Verwundete mit Schussverletzungen behandelt. In Libyen kümmert sie sich ebenfalls um verletzte Patienten, aber auch um traumatisierte und psychisch belastete Menschen. "Ich gehe mit einem positiven Gefühl, wenn auch mit einem gesunden Respekt vor der Situation. Die Größe der Rotkreuzorganisation und ein erfahrenes Team geben mir viel Sicherheit."

Interview mit Heike Dirschau über ihren Einsatz in Bengasi

Auffanglager für Flüchtlinge in Tunesien

Holger Schmidt, der für das Internationale Rote Kreuz in Tunesien in einem Erkundungsteam die humanitäre Lage sondiert und Hilfsmaßnahmen koordiniert, kennt sich in Konfliktgebieten ebenfalls aus. Für seinen 34. Auslandseinsatz ist er gut gerüstet, spricht arabisch und kennt die kulturellen Gepflogenheiten.

Gemeinsam mit Kollegen des Tunesischen Roten Halbmondes stellte Schmidt medizinischen Bedarf fest, erkundete Transportwege, Lagerhallen und Lebensmittelmärkte. Das Internationale Rote Kreuz hat bereits ein Auffanglager für 10.000 Menschen in unmittelbarer Nähe der Grenze errichtet. Das DRK stellt dafür Wasser bereit.

Noch immer warten vor allem Gastarbeiter aus Bangladesch und afrikanischen Ländern auf ihre Ausreise - ihre Ländervertretungen können kaum den Rücktransport finanzieren.

 (STAND: März 2011)

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