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Lesotho: Bessere Landwirtschaft sichert die Ernährung von Menschen mit Aids

Die hohe HIV-Infektionsrate ist für Lesotho ein großes Problem. Für viele Infizierte ist es sehr schwierig, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das Rote Kreuz versorgt deshalb Menschen, die mit Aids leben, mit Saatgut und zeigt ihnen verbesserte Anbaumethoden. Durch den verbesserten landwirtschaftlichen Anbau sichern sie ihre Ernährung und langfristig ihre Unabhängigkeit.

Foto: DRK-Helferin Matebalo erhält Gutscheine für ihre Arbeit als Beraterin.
Der erste Schritt für mehr Unabhängigkeit: Matebalo erhält die Saatgutscheine vom Projektteam.
Grafik: Eine schematische Karte von Lesotho
Mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern ist Lesotho eines der kleinsten Länder in Afrika.

Region: Berea und Leribe
Laufzeit: Januar 2010 - Oktober 2011
Projektvolumen: 635.000 Euro
Finanzierung: Europäische Union und Spenden
Partner: Lesothisches Rotes Kreuz

Beratung beim Anbau

Matebalo, 53 Jahre, lebt mit ihrem HIV infizierten Sohn, einer Tochter und vier Enkeln in Ha Napo. Ihr unermüdlicher Einsatz für bedürftige Nachbarn und Waisenkinder hat sie in ihrem Heimatort bekannt und beliebt gemacht. Deshalb hat sie ihr Dorf ausgewählt, die verantwortungsvolle Position als landwirtschaftliche Rotkreuzberaterin zu übernehmen. In mehreren Schulungen wurde sie vom Roten Kreuz dafür ausgebildet. Nun ist sie in der Lage, zwölf von HIV/ Aids betroffene Nachbarfamilien bei der Verbesserung der Anbaumethoden für Gemüse und Feldfrüchte zu beraten. So können die Familien ihre landwirtschaftliche Produktion steigern. Das Projektteam des Roten Kreuzes unterstützt Matebalo regelmäßig bei ihrer Arbeit.

Saatgut macht unabhängig

Heute begleitet Matebalo die von ihr betreuten Familien nach Peka. Dort organisiert das Rote Kreuz einen Saatgutmarkt. Seit 2007 fördert das Rote Kreuz einen verbesserten Zugang zu Saatgut und Dünger. 2.400 von HIV/ Aids betroffene Haushalte in den Distrikten Berea und Leribe werden dabei unterstützt. Auf zentralen, leicht zugänglichen Plätzen veranstaltet man dazu Märkte, auf denen diese Waren angeboten werden.

Betroffene Familien erhalten einmalig einen Gutschein im Wert von rund 45,- Euro. Mit diesem Gutschein können sie sich Saatgut für ihre Felder und Gemüsegärten kaufen. Die Ernte aus dem Saatgut soll den Unterhalt einer fünfköpfigen Familie für ungefähr drei Monate sichern. Neben der Produktion für den eigenen Gebrauch wird ein Teil des Saatgutes zu für die nächste Aussaat verwendet. Zusätzlich können die Familien ihre finanzielle Situation durch den Saatverkauf verbessern. Langfristig bildet das Programm für die Familien eine unabhängige Einkommensquelle.

Jede Familie erhält außerdem einen weiteren Gutschein im Wert von 14,- Euro. Damit kann sie sich die notwendigen einfachen Anbaugeräte - wie Hacke, Spaten, Rechen und Gießkanne - zum Bewirtschaften der Gärten und Felder kaufen. So ist gesichert, dass sich die verbesserten Anbaumethoden, die das Rote Kreuz fördert, auch umsetzen lassen.

Matebalo kauft sich neben Mais, Kartoffeln und Bohnen auch Spinat-, Rote Bete-, Karotten- und Tomatensamen. Zu Hause in Ha Napo will sie diese in ihrem Garten anpflanzen. Ihren Nachbarn kann sie damit die optimalen Anbaumethoden demonstrieren. Ihre Familie versorgt sie dadurch mit frischem Gemüse und anderen Grundnahrungsmitteln. Überschüsse gibt Matebalo regelmäßig an bedürftige Familien und AIDS-Waisen weiter.

Beratung in Ernährungs- und Gesundheitsfragen

190 Freiwillige wie Matebalo sind für das „Livelihood-Projekt“ in 89 Dörfern tätig. Neben dem landwirtschaftlichen Anbau beraten sie die Patienten und betroffenen Familien in Ernährungsfragen, veranstalten Kochdemonstrationen und zeigen, wie Obst und Gemüse haltbar gemacht werden kann. Weitere 120 Freiwillige kümmern sich speziell um gesundheitliche Angelegenheiten von Aidspatienten und betreuen Aids-Waisen.

So hilft meine Spende:

  • Mit 14 € können wir einer Familie einfache Geräte für die Bewirtschaftung von Feldern und Gärten geben.
  • Mit 45 € können wir Saatgut für eine fünfköpfige von HIV/ Aids betroffene Familie kaufen.
  • Mit 160 € können wir eine Gemeinde mit zwei 1.000-Liter-Wassertanks ausstatten – Grundlage für die Bewässerung und das Gedeihen der Gärten.

Ihre Aktivitäten und ihr Engagement haben Matebalo in Ha Napo viel Vertrauen eingebracht. Durch die angewandten Anbaumethoden konnte sie ihre eigene und die Gemüseproduktion ihrer Nachbarn verbessern. Zudem hat der Gemüsekonsum in ihrem Dorf durch ihre regelmäßigen Ernährungsberatungen stark zugenommen. Für Aids-Patienten ist eine ausgeglichene Ernährung enorm wichtig. Zu ihrer Freude und der des ganzen Dorfes konnte sich auch der Gesundheitszustand ihres Sohnes dadurch verbessern.

© Fotos: DRK/ Monika Mayer, Karte: Geoatlas®

 

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