2011: Das Jahr im Überblick
Januar 2011
Der Januar bringt nach einem Jahr nochmals traurige Erinnerungen an das Erdbeben in Haiti hervor, das über 230.000 Menschen das Leben kostete. Das internationale Rote Kreuz war rund um die Uhr im Einsatz und organisierte für die Betroffenen provisorische Unterkünfte sowie Kochausrüstungen, Lebensmittel, Decken und Hygienepakete. Auch künftig wird das Rote Kreuz die Haitianer nicht im Stich lassen. „Als zuverlässiger Partner werden wir den Menschen in den nächsten Jahren kompetent und nachhaltig zur Seite stehen“, so DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. Über 32 Millionen Euro Spendengelder stehen dem Roten Kreuz für den Wiederaufbau zur Verfügung. Davon sollen das Gesundheitssystem gestärkt, Häuser und Schulen aufgebaut und Projekte zur Katastrophenvorsorge durchgeführt werden.
Februar 2011
Libyen steht vor einem blutigen Bürgerkrieg: Rebellen liefern sich einen heftigen Machtkampf mit den Truppen von Muammar al Gaddafi . Das DRK schickt medizinisches Personal und Ausrüstung zur Betreuung der Opfer in die Region. Im tunesischen Grenzgebiet betreuen das Rote Kreuz und der Tunesische Rote Halbmond eine wachsende Zahl von Menschen, die aus Libyen fl üchten, darunter auch viele Frauen und Kinder. Gleichzeitig appelliert das Rote Kreuz an die Konfl iktparteien, das Humanitäre Völkerrecht zu achten, die Bergung und Betreuung von Verletzten zuzulassen und medizinische Einrichtungen, Fahrzeuge und Personal bei Angriffen zu verschonen.
März 2011
Am 11. März erfordert eine weitere Katastrophe das Engagement des Roten Kreuzes. Ein Erdbeben der Stärke 8,9 löst einen Tsunami an der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honschu aus. Besonders betroffen sind drei Präfekturen im Nordosten des Landes. Die Erschütterungen führen zur Atomkatastrophe von Fukushima, die von der japanischen Aufsichtsbehörde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit der Höchststufe sieben eingestuft wird. Die Rotkreuzhelfer Japans betreuen Evakuierte in Notlagern und Sammelstellen. Allein in der verwüsteten Hafenstadt Sendai erhalten Betroffene Schlafplätze, Verpfl egung und psychosoziale Betreuung in rund 200 Notunterkünften. In Deutschland ruft der damalige Bundespräsident Christian Wulff zu Spenden an das DRK auf, um das Japanische Rote Kreuz zu unterstützen.
April 2011
Insgesamt 200 Ehrenamtliche, darunter zahlreiche Rotkreuzler, werden in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich empfangen. Unter dem Motto „Gemeinsam geht’s – Menschen helfen Menschen“ hebt sie die Bedeutung der Freiwilligentätigkeit für die Gesellschaft hervor. Mit der Einladung wolle sie ganz bewusst ein Zeichen setzen, so die Kanzlerin. „Denn diejenigen, die in unserem Land ehrenamtlich tätig sind, fördern eine Haltung zu unserer Gesellschaft, die Toleranz ausdrückt, die für Respekt wirbt und die zeigt, dass es Spaß macht, sich für andere einzusetzen.“
Mai 2011
Anlässlich des Hauptstadtkongresses 2011 „Medizin und Gesundheit“ vom 11. bis 13. Mai fordert DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters eine Reform der Pfl egeausbildung. Durch eine bessere Ausbildung und mehr Anerkennung für den Pfl egeberuf solle dem Fachkräftemangel entgegengetreten werden. „Jungen Menschen müssen Karrierechancen geboten und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden“, so Seiters. Als konkrete Schritte schlägt er etwa Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung oder fl exible Arbeitszeitarrangements vor. Für den Kongress kommen im Berliner Messezentrum ICC knapp 8 000 Experten aus allen Bereichen des Gesundheitswesens zusammen.
Juni 2011
Es ist das Ende einer Ära: Am 29. Juni verabschiedet das Deutsche Rote Kreuz den auslaufenden Zivildienst mit einem symbolischen Akt: Ehemalige „Zivis“ überreichten einen Staffelstab an künftige Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes. Im Rahmen einer Feierstunde bedankte sich DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters bei allen ehemaligen Helfern – und den „DRK-Mitarbeitern, die den Zivildienst zu einem Erfolgsmodell mitentwickelt haben.“ Seit den ersten „Kriegsdienstverweigerern“, die im Jahr 1961 zum DRK kamen, leisteten rund 285 000 junge Männer beim Roten Kreuz über 430 Millionen Dienststunden. Ihre Haupteinsatzgebiete waren Pfl ege und Betreuung, aber auch im Rettungsdienst und Krankentransport, als Hausmeistergehilfen, in Fahrdiensten und bei mobilen sozialen Diensten waren sie gern gesehene Helfer.
Juli 2011
Die anhaltende Dürre in Somalia fordert ihren Tribut: Die Nahrungsmittel werden immer knapper, zehntausende Menschen sind bereits an Unterernährung gestorben. Das Rote Kreuz reagiert, indem es seine humanitäre Hilfe für die an Hunger leidende Bevölkerung verstärkt. An zehn Orten rund um die Hauptstadt Mogadischu werden Not-Ernährungszentren aufgebaut. Flüchtlinge aus Somalia, die über die Grenzen nach Äthiopien und Kenia kommen, werden in Flüchtlingslagern des Roten Kreuzes behandelt, erhalten eine Unterkunft, Wasser und Lebensmittel. Auch Millionen Kenianer im Norden des Landes sind von der Hungersnot betroffen. In Deutschland hat das DRK derweil einen großen Spendenaufruf für Ostafrika gestartet.
August 2011
Der DRK-Hausnotruf wird Testsieger bei der Stiftung Warentest. Mit der Note 2,3 setzte er sich gegen elf andere Anbieter durch, darunter drei Hilfsorganisationen sowie acht private Unternehmen. Vor allem mit dem Kundenservice, aber auch mit der Beratung im Vorfeld und der Einrichtung des Hausnotrufs konnte das DRK punkten. „Dass wir als föderaler Wohlfahrtsverband private Anbieter um Längen schlagen, macht uns natürlich stolz. Das Test-Ergebnis bestärkt uns in der Strategie, viel Wert auf die persönliche Beratung und Betreuung unserer Kunden vor Ort zu legen“, so DRK-Generalsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil.
September 2011
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften stellt am 22. September ihren jährlichen Weltkatastrophenbericht vor – und macht damit auf das Leid der Menschen in der Welt aufmerksam. Die Fakten sind erschreckend: Rund eine Milliarde Menschen hungern, 60 Prozent davon sind Frauen. Jedes Jahr sterben drei Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an Unterernährung. 90 Prozent der durch Unterernährung ausgelösten Todesfälle sind das Resultat von chronischem Hunger und nicht von Hungersnöten. Der Bericht basiert auf Daten aus dem Vorjahr. Das DRK ist jedes Jahr am Weltkatastrophenbericht beteiligt.
Oktober 2011
Wie lässt sich die Reaktion auf Großschadensfälle wie etwa das Unglück bei der Loveparade 2010 optimieren, sodass die Koordination der helfenden Akteure verbessert wird und sie noch schneller in Aktion treten können? Oder wie können derartige Vorfälle von vornherein verhindert werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt SPIDER unter Führung des DRK, das am 22. Oktober seinen offi ziellen Abschluss fand. Die Simulation eines Flugzeugabsturzes auf der Koelnmesse gibt Gelegenheit, neue und innovative Evakuierungs- und Lenkungskonzepte sowie vernetzte Kommunikationssysteme für die Hilfskräfte der Feuerwehr, Krankenhäuser und Hilfsorganisationen vorzustellen. Das DRK wird nach dem gelungenen Auftakt seine Expertise verstärkt in die zivile Sicherheitsforschung einbringen.
November 2011
Mehrere Erdbeben im Osten der Türkei machen die Hilfe des Roten Kreuzes erforderlich. Das stärkste davon Ende Oktober erreicht eine Stärke von 7,2, im November bebt die Erde noch zwei weitere Male mit Stärke 5,2 und 5,6. Tausende Menschen haben ihr Obdach verloren und müssen in Zelten untergebracht werden. Suppenküchen und mobile Bäckereien versorgen die Opfer mit Lebensmitteln. Das DRK bringt 2 500 Decken, 500 Zelte und 14 Zeltheizungen erfolgreich in die Türkei und übergibt sie dem Türkischen Roten Halbmond. Seit Beginn der Katastrophe werden von der Schwesterorganisation des Deutschen Roten Kreuzes ununterbrochen Zelte, Decken, Schlafsäcke, Lebensmittel und andere Hilfsgüter an die Opfer verteilt.
Dezember 2011
Und wieder ein Katastropheneinsatz: Der tropische Regensturm „Washi“ verwüstet weite Teile der Philippinen. Über 51 000 Menschen verlieren ihr Zuhause und müssen in Notunterkünften untergebracht werden, mehr als 1 000 Menschen sterben. Das Philippinische Rote Kreuz verteilt Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter wie Decken, Lebensmittel, Bettwäsche und Kinderschuhe. Derweil steht das DRK im ständigen Kontakt mit den Kollegen im Katastrophengebiet und sammelt Spenden für die Opfer der Katastrophe. Mithilfe seines Logistikzentrums in Kuala Lumpur in Malaysia kann es Hilfsgüter lokal organisieren anstatt sie aus Deutschland einzufl iegen.
© Fotos: DRK, IFRC


















