Im Porträt: Helfer und Projekte
Das Deutsche Rote Kreuz hilft jedem – und jeder kann helfen! So unterschiedlich die Projekte sind, so unterschiedlich sind auch unsere aktiven Helferinnen und Helfer und ihre Geschichten. Hier möchten wir Ihnen ehrenamtliche Rotkreuzler, ihre Projekte und ganz persönlichen Erlebnisse vorstellen. Finden Sie heraus, was das DRK-Ehrenamt so einzigartig macht – unsere Aktiven verraten es Ihnen gerne!
Erste Hilfe für die Seele
„Wir arbeiten fast immer in Grenzsituationen.“ Wer wie Sandra Bergmann in der Notfallnachsorge tätig ist, trifft auf Menschen, die gerade mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert wurden. Wer ihnen Beistand leisten will, muss „Antennen und Fühler ausstrecken“, sich „mit allen Sinnen“ auf völlig Unbekannte einlassen können. Ehrenamtlich leitet die gelernte Sozialarbeiterin das 35-köpfige Notfallnachsorgedienst- Team des DRK-Kreisverbandes Freiburg.
Als Fachberaterin Seelsorge und Leiterin PSNV koordiniert sie die Psychosoziale Notfallversorgung in der Region Breisgau; außerdem ist sie Fachberaterin PSNV beim Badischen Roten Kreuz. Die mit jedem Einsatz wachsende Erfahrung, berichtet sie, gibt den Helfern Sicherheit, ohne langes Nachdenken das Richtige zu tun. Sandra Bergmann gesteht zu, dass die Arbeit „oft sehr berührend, traurig und belastend“ sein kann. Doch schon in der Ausbildung lernen die Helfer, „sich ihrer Rolle bewusst zu sein“ und sich – trotz der zum Teil sehr intensiven Begleitung – nicht mit dem Schicksal der Betroffenen zu identifizieren. Sandra Bergmann: „Wir können ganz tief mitfühlen, aber wir dürfen nicht mitleiden.“
Der Betreuungsdienst ist, so Christine Lettang vom Team Bevölkerungsschutz im Berliner Generalsekretariat, „ein unverzichtbares Element unseres umfassenden sozialen Handelns“. Bundesweit gehören rund 15.000 Aktive dem Betreuungsdienst an.
Quelle: rkm 04/2009
Vom mexikanischen zum deutschen Ehrenamt
Ivonne Brauchle kann vom Roten Kreuz nicht genug bekommen. Schon in ihrer Heimat Mexiko engagierte sich die ausgebildete Krankenschwester ehrenamtlich für das Rote Kreuz und absolvierte dafür einen Erste-Hilfe-Kurs sowie eine Schulung zur Sanitäterin. In Deutschland ist sie seit 2005 beim DRK-Ortsverein Bernhausen aktiv. Als ehrenamtliche Rettungshelferin leistet sie Hilfe bei Veranstaltungen, Krankentransporten oder bei Notfalleinsätzen. Ihre Muttersprache Spanisch hat ihr dabei schon oft weitergeholfen. Ivonne Brauchle macht der Umgang mit all den unterschiedlichen Menschen, die sie trifft, Spaß.
Außerdem hilft ihr die ehrenamtliche Tätigkeit "mal aus dem Alltag herauszukommen", wie sie sagt. Deshalb leitet sie seit März 2010 zusätzlich das Jugendrotkreuz in Bernhausen und organisiert unter anderem Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Ihre Motivation, Menschen zu helfen, hatte sie auch dann nicht verloren, als sie in Deutschland zunächst ihre Schulungen wiederholen musste. Auch ihre Ausbildung zur Krankenschwester wurde der seit 1997 in Deutschland lebenden Mexikanerin hier erst nach einem Praktikum und einer sechsmonatigen Zusatzausbildung anerkannt.
Herausforderungen meistern

- Andreas Geuther und Nachwuchshelfer Daniel
Man sieht es Andreas Geuther auf den ersten Blick nicht an, aber der 44-Jährige aus Oberau erlebt viele Abenteuer. Mal lässt er sich aus dem Hubschrauber abseilen, mal taucht er in einem See oder rast mit dem Motorboot übers Wasser. Andreas Geuther ist bei der Wasserwacht des DRK. Sein Hobby Schwimmen hat ihn dahin gebracht. Was ihn an der Wasserwacht fasziniert, ist die Verbindung aus Sport und Hilfe. „In keinem anderen Hobby kann man das so gut verbinden.“ Und noch etwas ist ihm wichtig: „Ich will Herausforderungen suchen und meistern.“ Das hat ihm eine stattliche Riege an Ämtern eingetragen. Er ist unter anderem Wasserretter, Rettungstaucher und Motorbootführer. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen organisiert er außerdem den DRK-Katastrophenschutz, eine Aufgabe, bei der er schon mal die Arbeit von 1.500 Helfern koordinieren muss. Und immer geht es ihm nur um eines: Leben retten! Seit über 30 Jahren ist Andreas Geuther nun schon dabei, und seine Kollegen sagen anerkennend über ihn: „Der Mann ist Ehrenamt pur.“
Freude schenken

- Friedhelm Vogelsang auf dem Hövelhof
Friedhelm Vogelsang ist ehemaliger Bundeswehrsoldat. Jetzt hilft er ehrenamtlich beim DRK: Der 65-Jährige engagiert sich für das einmalige Projekt Behindertenreiten in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Hövelhof können geistig und körperlich behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beim Reiten ihre Sorgen und Nöte vergessen. „Die Arbeit mit den Kindern gibt mir unwahrscheinlich viel.“ Wenn Friedhelm Vogelsang wieder einmal der kleinen Miriam auf die rotbraune Stute Filia hilft, strahlen beide um die Wette. „Für diese Momente liebe ich meine Aufgabe.“ Der Pensionär kümmert sich liebevoll um seine Schützlinge: Er betreut sie während des Trainings, hilft beim Auf- und Absteigen und spricht während des Reitens mit ihnen. Es ist erstaunlich, welche Wirkung das Reiten auf die verhaltensauffälligen, körperlich oder geistig Behinderten hat: sie entspannen sich, werden ruhiger, Motorik und Gleichgewichtssinn verbessern sich. Das Wichtigste: Die Kinder werden - ob durch große oder kleine Erfolge - durch das Reiten viel selbstbewusster. Für Friedhelm Vogelsang ein einzigartiges Gefühl.
Helfen mit Leidenschaft

- Seine ehrenamtliche Arbeit beim DRK macht Patrick Wagner sichtlich Spaß.
Patrick Wagner hat sich spät für eine ehrenamtliche Tätigkeit beim DRK entschieden. Mit 26 Jahren packte ihn die Leidenschaft für den Sanitätsdienst. „Ich wollte neben meinem Job im Büro etwas Sinnvolles in meiner Freizeit tun und Menschen in Notsituationen helfen“, erinnert sich Patrick heute. Als Rotkreuzhelfer kümmerte er sich fortan bei zahllosen Veranstaltungen in „seinem“ Einsatzgebiet Berlin um die kleinen und großen Notfälle. Nachdem er die Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen hatte, war für ihn aber nicht Schluss. Der studierte Politologe hängte seinen Beruf an den Nagel und fing an, Medizin zu studieren. „Die Arbeit beim DRK hat meine Faszination für Medizin geweckt.“ Trotz des zeitintensiven Studiums ist Patrick als stellvertretender Bereitschaftsleiter stets für die freiwilligen Helfer und ihre Probleme da. Außerdem ist er im Rahmen der DRK Kältehilfe aktiv und unterstützt die hauptamtlichen Kameraden des Wärmebusses. „In einer Stadt wie Berlin gibt es viele Menschen, die Hilfe brauchen. Durch mein Engagement beim DRK habe ich die Möglichkeit, die Not einiger zu lindern – ein schönes Gefühl.“
Begeistern und begeistert sein

- Robin Wagener: ein JRK-Urgestein und immer noch mit Feuereifer dabei.
Robin Wagener ist 30 Jahre alt und schon sein halbes Leben im Jugendrotkreuz aktiv. Angefangen hat alles mit einem Erste-Hilfe-Kurs des JRK an seiner Schule. Vor allem beeindruckt von den Notfalldarstellungen, wollte er am liebsten gleich selber mitmachen. „Zwei Freunde von mir sind sofort ins JRK gegangen, und ich war die ganze Zeit neidisch, weil sie ziemlich spannende Geschichten erzählt haben“, erinnert sich Robin. Ein Jahr später trat er dann selber ein. Seitdem gestaltet er viele interessante Projekte mit: Er gründete zusammen mit Freunden den ersten Schulsanitätsdienst in seiner Region, war Notfalldarsteller und übernahm die Leitung seiner JRK-Gruppe. Heute ist Robin Wagener JRK-Bundesleiter und somit das Sprachrohr für die jungen Menschen im DRK. „Mich selbst begeistert besonders, was wir gemeinsam mit jungen Menschen aus anderen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften machen: Zum Beispiel war ich bei einer internationalen Begegnung in Kenia. Trotz aller kultureller Unterschiede und völlig anderer Lebensumstände, haben wir dieselben Ziele - das fasziniert mich. Die Begeisterung und das Engagement der Jugendrotkreuzler überall auf der Welt reißt mich einfach immer wieder mit.“
Zum Weiterlesen:
- Was Ihnen das DRK für Ihr soziales Engagement bietet, erfahren Sie unter Vorteile Ehrenamt.
„Als Rotkreuz-Botschafter kann ich mir immer wieder ein Bild von der Not in vielen Ländern machen. Wer einmal erlebt hat, unter welchen Bedingungen Menschen in einer Krisenregion ihr Leben meistern müssen, den lässt das nicht mehr los. Die Arbeit des DRK ist großartig und wegweisend – und das über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ich freue mich, meinen Teil dazu beitragen zu können."
© Foto 1, 2, 3, 4: ;Foto 5: JRK ;Foto 6: Philipp Rathmer; Foto 7: Media Office










