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Freiwilliger Zivildienst / Bundesfreiwilligendienst

Das Deutsche Rote Kreuz begrüßt die Initiative von Familienministerin Kristina Schröder, einen „Bundesfreiwilligendienst“ einzuführen. Durch diese pragmatische Vorgehensweise können Mittel des Bundeshaushaltes unkompliziert zur Verfügung gestellt werden und durch einfaches Bundesgesetz verabschiedet werden. Damit kann nach dem Aussetzen des Zivildienstes das gesellschaftliche Engagement junger Menschen auf freiwilliger Basis gestärkt werden. Auch die Öffnung des Dienstes für Frauen und Menschen aller Altersstufen erkennt das DRK als Chance.

Bei der geplanten staatlichen Steuerung des neuen Freiwilligendienstes sieht das DRK aber Nachbesserungsbedarf.

Verantwortung für Bildung und Inhalte muss beim Träger liegen
Das Bundesfamilienministerium sieht eine Steuerung durch das Bundesamt für Zivildienst und ein zentrales Bildungsprogramm über mindestens 25 Seminartage vor. Mindestens 5 Tage sollen zur politischen Bildung in Zivildienstschulen abgeleistet werden. Das widerspricht dem Selbstverständnis der zivilgesellschaftlichen Akteure.

Die Gesamtverantwortung für das pädagogische Konzept und für die Bildungsinhalte muss - wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr - in den Händen der Träger liegen. Auch die Abgrenzung zwischen beiden Freiwilligendiensten muss in der Gestaltungshoheit der Spitzenverbände liegen.

Finanzielle Gleichstellung mit dem FSJ
Das DRK weist außerdem darauf hin, dass das Freiwillige Soziale Jahr gegenüber dem Bundesfreiwilligendienst finanziell nicht benachteiligt werden darf. Dafür ist es notwendig, die FSJ-Förderung aufzustocken. Beide Dienste müssen für die Freiwilligen gleiche Konditionen bieten, um eine ungewollte Konkurrenz zwischen den Systemen zu vermeiden.

Das Deutsche Rote Kreuz ist größter Anbieter von Freiwilligendiensten (10.200 FSJ Plätze), bietet 200 Plätze in internationalen Freiwilligendiensten an und verfügt im Zivildienst über 9.371 Zivildienstplätze in 1.907 Zivildienststellen (Stand: 01.08.2010). Der Verband verfügt über reiche Erfahrung und Expertise im Bereich bürgerschaftlichen Engagements und möchte diese in die Debatte einbringen, um die Einführung eines neuen „Freiwilligen Zivildienstes / Bundesfreiwilligendienstes“ konstruktiv mit zu gestalten.

Das DRK bereitet sich jetzt darauf vor, im Jahr 2011 neben 10.000 Plätzen im Freiwilligen Sozialen Jahr auch 10.000 Plätze im Freiwilligen Zivildienst anzubieten.

Oktober 2010

 
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