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Cholera-Ausbruch in Sierra Leone

DRK-Mitarbeiterin Annette Kohlmeier und ihre Kollegin der Rotkreuzgesellschaft Sierra Leones im Gespräch mit einer Krankenschwester

DRK-Mitarbeiterin Annette Kohlmeier und ihre Kollegin der Rotkreuzgesellschaft Sierra Leones im Gespräch mit einer Krankenschwester (FOTO: Annette Kohlmeier/DRK)

Sierra Leone ist vom schwersten Cholera-Ausbruch des Landes seit der Cholera-Pandemie von 1970/71 betroffen. In 12 von dreizehn Distrikten greift die Krankheit um sich. 16.728 Fälle von Cholera und 256 Todesfälle wurden bisher registriert (Stand 7.9.2012). Im Juli musste eine nationale Gesundheitskrise ausgerufen werden.

Alhaji Alimamy Kamara, Gemeindevorsteher von Mabela in Freetown, sagt, die Zahl der Betroffenen sei so hoch, weil die meisten Menschen sich erst behandeln lassen, wenn es bereits zu spät ist. Kamaras Enkelsohn ist als Experte für Cholera-Vorsorge mit 44 weiteren Freiwilligen der Rotkreuzgesellschaft von Sierra Leone in Mabela unterwegs. Sie gehen von Haus zu Haus, um die Menschen für Vorsorgemaßnahmen zu sensibilisieren, angefangen bei der Wichtigkeit des Händewaschens. Er berichtet über die herrschenden Zustände: „Wir haben keine Abfalldeponie, so dass wir den Fluss oder das Meer nutzen müssen. Außerdem gibt es nur vier öffentliche Latrinen für die ganze Gemeinde.“

Aufklärungsarbeit ist lebenswichtig: Zum einen muss die Bevölkerung ein Bewusstsein für die Ansteckungswege erlangen, um sie vermeiden zu können. Zum anderen müssen erste Anzeichen der Krankheit frühzeitig erkannt werden, damit schnelles Handeln erfolgen kann.

Als Gesundheitsberaterin ist Annette Kohlmeier für das DRK in Sierra Leone. Gemeinsam mit einem internationalen Team von Rotkreuzhelfern koordiniert sie in enger Kooperation mit der Rotkreuzgemeinschaft Sierra Leones die medizinische Hilfe.
Sie berichtet, dass bislang in insgesamt 60 Gesundheitseinrichtungen das Personal mit notwendigen Materialien ausgestattet werden konnte. Außerdem wurden erforderliche Hygiene- und Infektionskontrollmaßnahmen eingeleitet. Sogenannte „Oral Rehydration Points“ wurden eingerichtet. In diesen lokalen Gesundheitsstationen wird eine spezielle Salz- und Glukoselösung in Wasser angeboten, um der Austrocknung und dem Elektrolyteverlust entgegenzuwirken. Diese Stationen sollen in den Dörfern gewährleisten, dass bereits auf Gemeindeebene geholfen werden kann und Erkrankte nicht den weiten Weg zur Behandlung in die Städte unternehmen müssen.

Annette Kohlmeier sieht bereits Erfolge des Rotkreuzeinsatzes und weiß, wo jetzt langfristige Hilfen notwendig sind: "Die Helfer können in den am schlimmsten betroffenen Gebieten durch verschiedene Maßnahmen kurzfristig dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Die Zahl der Neuerkrankungen ist rückläufig. Es bleibt jetzt, die Arbeit nachhaltig fortzusetzen. Dafür müssen wir langfristige Unterstützung gewährleisten: adäquate Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygiene- und Aufklärungsarbeit."

 

 

 

 

 

24. September 2012 12:59 Uhr. Alter: 237 Tage
 

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