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Sudan: Warten auf die Fähre

Gesundheitstraining (Foto: DRK)

Das DRK setzt Spenden für das Patenprojekt „Wasser und Gesundheit Sudan“ aktuell für das Gesundheitszentrum des Sudanesischen Roten Halbmonds in der Stadt Kosti ein. Dort leben vorübergehend bis zu 14.000 Menschen, die nach der Unabhängigkeitserklärung im vergangenen Jahr vom Norden des Landes in ihre Heimat im Südsudan zurückkehren wollen.

Die Rückkehrer warten in einem Camp auf eine Fähre, mit der sie die Weiterreise in den Süden antreten können. Bislang wurde damit gerechnet, dass die meisten von ihnen bis April 2012 im Südsudan eingetroffen sind. Da in den letzten sechs Monaten allerdings meist nur eine Fähre pro Monat für rund 1.600 Passagiere fahrbereit war, und darüber hinaus in der Stadt Khartoum noch Zehntausende auf einen Transfer in den Süden warten, wird Kosti auch in 2012 noch ein Ort sein, wo die Hilfe des Sudanesischen Roten Halbmondes dringend gebraucht wird.

Die Mitarbeiter der Gesundheitsstation kümmern sich täglich um 40 bis 45 Patienten, die insbesondere wegen Atemwegserkrankungen, Malaria, Durchfall, Augen- und Ohrinfektionen sowie Harnwegerkrankungen behandelt werden müssen. Durchschnittlich entbinden täglich drei Frauen in der kleinen Station. Eine Hebamme kümmert sich um die Schwangeren und die Mütter mit ihren Neugeborenen.

Es sind jedoch nicht nur medizinische Probleme und die äußerst einfachen Lebensumstände die den Wartenden in Kosti zu schaffen machen, sondern auch die langen Tage des ungewissen Wartens. Erschwerend hinzu kommt, dass es für Jugendliche wie für Erwachsene keine Beschäftigung auf dem Hafengelände gibt.

Stefan Omonge wartet seit Monaten - nicht als einziger

Darunter litt auch Stefan Omonge Fawl. Er ist in Khartoum aufgewachsen und kam im Juni 2011 nach Kosti. Hier wartete er auf die Fähre, die ihn in die Ortschaft Torit im Bundesstaat Ost Equatoria bringen sollte, die Heimat seiner Eltern und Großeltern. Zwar wurde Stefan für eine Fahrt mit der Fähre registriert, aber weil die Verbindungen so unregelmäßig sind und die Plätze nicht für alle Bedürftigen ausreichen, wusste er lange nicht, wann es für ihn weitergeht. Trotz der Registrierung der Passagiere wird die Reihenfolge oft nicht eingehalten.

So fahren Rückkehrer, die später gekommen sind, früher weg, und andere Menschen, so wie Stefan Omonge Fawl, warten für mehrere Monate auf einen Platz auf der Fähre in den Südsudan. Der Sudanesische Rote Halbmond und das DRK können die Rückkehr der Südsudanesen in ihre Heimat nicht beschleunigen oder organisieren. Durch Aufklärungsmaßnahmen im Bereich Hygiene und die medizinische Versorgung kranker Menschen und schwangerer Frauen, tragen die Helferinnen und Helfer aber entscheidend dazu bei, die Gesundheit der Wartenden zu verbessern.

Diese Aufgabe werden wir weiterhin wahrnehmen bis die Rückkehrer den Fährhafen verlassen haben und in ihre neue Heimat zurückgekehrt sind.

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30. Mai 2012 15:45 Uhr. Alter: 359 Tage
 

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