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500 Tage nach dem Beben: "Ein besseres Haiti"

Thierry Prophete

Thierry Prophete arbeitet seit drei Jahren für das Rote Kreuz in Haiti. Schon von weitem fällt einem sein freundliches Lächeln auf. Der haitianische Rotkreuzhelfer besuchte am 12. Januar 2010 für das Deutsche Rote Kreuz die Bank in Port-au-Prince.

Der Bankdirektor entpuppte sich als ein alter Bekannter und lud Thierry zu einem Schwatz in sein Büro im oberen Stockwerk des Gebäudes ein. Der Direktor ging in eines der unteren Stockwerke, um die gewünschten Bankgeschäfte für Thierry zu erledigen. Dann bebte die Erde: 45 Sekunden lang. Es schien wie eine Unendlichkeit. Das Untergeschoss der Bank fiel in sich zusammen und begrub Angestellte und Besucher hoffnungslos unter sich. Darunter auch Thierrys Bekannten.

"Helfen war ein Automatismus"

"Ich rettete mich durch ein Fenster ins Freie. Für meinen Bekannten kam jede Hilfe zu spät. Der DRK-Fahrer, der vor der Tür auf mich gewartet hatte, war unversehrt." Instinktiv begannen die beiden, an Ort und Stelle Erste Hilfe zu leisten. "Zum Teil musste ich Leichenteile aus dem Weg räumen. Aber helfen war wie ein Automatismus." Thierry steigen Tränen in die Augen, wenn er sich mehr als ein Jahr nach dem Beben an diesen Tag erinnert.

Zwei Stunden nach dem Erdbeben kommt Thierry erstmals der Gedanke an seine Frau und seine zwei kleinen Töchter. Er weiß noch  nicht, dass sein Haus nicht mehr steht. Aber seiner Familie geht es gut. Sie waren zum Zeitpunkt des Bebens zum Glück zu Besuch bei einer Tante. Sonst hätte das einstürzende Haus sie vermutlich begraben.

Rotkreuzhelfer der ersten Stunde

Das Spannungsfeld zwischen intensiver Rotkreuz-Arbeit und dem Bewältigen der eigenen Lebensumstände setzt sich für Thierry in den kommenden Monaten fort. Als Rotkreuzhelfer der ersten Stunde verteilt Thierry vier Monate lang kontinuierlich Lebensmittel, Haushaltskits, Zeltplanen und Werkzeuge an die Erdbebenopfer. "Ich gab Tag für Tag Hilfsgüter aus, die ich selbst so gut hätte gebrauchen können." bemerkt Thierry. Sieben Monate lang lebt er mit seiner Familie in einem Zelt. An den Wochenenden baut er Stück für Stück sein eigenes Haus wieder auf, das Haus seines Vaters.

Thierry hätte die finanziellen Möglichkeiten gehabt, Haiti zu verlassen und ein Vielfaches im Ausland zu verdienen. Aber er blieb. Warum hat er sich Tag für Tag angetrieben, sich dieser Doppelbelastung zu stellen? "Ich liebe mein Land und die Leute." Thierry glaubt fest daran, durch seine Arbeit beim Roten Kreuz etwas zu bewegen, denn die Menschen werden aktiv in die Projekte einbezogen, bekommen keine fertigen Lösungen vorgesetzt. Er möchte nicht kurzfristig helfen, sondern langfristig seine Landsleute mobilisieren, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Voller Inbrunst erzählt Thierry von seinem Zukunftswunsch: "Ein besseres Haiti, wo eines Tages Haitianer den Haitianern helfen."

Videobotschaften "Haiti sagt Danke"

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Ferdinand Jean Glémo: Video auf Yourube ansehen
Dr.Ossemine Pierre-Louis: Video auf Youtube ansehen
Alex Nelson: Video auf Youtube ansehen
Job Jean Charles: Video auf Youtube ansehen
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27. Mai 2011 11:26 Uhr. Alter: 360 Tage
 

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