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Ein kleines Wunder im DRK-Krankenhaus Carrefour

Foto: Baby Stacy auf einem OP-Tisch.

Stacey's Mutter, Many Fillia, war 14 Wochen schwanger, als das Erdbeben Haiti erschütterte. Das kleine Mädchen wurde 12 Wochen zu früh geboren.

Foto: Stacys Mutter im Gespräch mit Kinderarzt  Dr. Zubair Masood.

Kinderarzt Dr. Zubair Masood: "Als ich sie im Kreißsaal sah, wusste ich nicht, ob sie überleben würde"

Foto: Stacys Mutter mit Krankenschwester Marie Suzette Tegenus.

"Als Stacey kam, war sie so schwach, aber jetzt isst sie mehr und ist viel glücklicher ", sagt Krankenschwester Marie Suzette Tegenus.

Mit einem Gewicht von nur 1,2 Kilo ist Baby Stacey ein statistisches Wunder. Zwei Monate nach ihrer Geburt wiegt sie immer noch lediglich ein Drittel des Gewichts, das sie bei der Geburt haben sollte. Stacey kam zu früh auf die Welt - im DRK-Hospital in Carrefour.

"Als ich sie im Kreißsaal sah, wusste ich nicht, ob sie überleben würde", sagt Dr. Zubair Masood, Kinderarzt im DRK-Krankenhaus. "Sie war so klein, sie passte auf meine Handfläche." Bei ihrer Geburt wog Stacey nur 810 Gramm und ist damit eines der kleinsten Babys, das im Feldkrankenhaus auf die Welt kam, seit seine Zelte im Fußballstadion von Carrefour aufgeschlagen sind. Aber als das kleine Mädchen es durch die ersten wichtigen Tage geschafft hatte, wusste Dr. Masood: "Das Baby wollte nicht sterben."

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Intensive Pflege und engagierte Helfer

Dr. Masood und sein Team haben Stacey rund um die Uhr betreut, seit sie 12 Wochen zu früh auf die Welt kam. Für einen Monat lag sie auf der Intensivstation, gepflegt von vier Krankenschwestern und einem Arzt.

"Wir haben keine spezielle Intensivstation für Babys mit Inkubatoren, Ventilatoren, Wärmestrahlern und anderen Möglichkeiten, um den Frühgeburten beim Atmen zu helfen, sie warm und frei von Keimen zu halten", erklärt Dr. Masood. "Aber wir haben Ärzte und Krankenschwestern, die sich mit viel Engagement um die Rettung der kleinen und großen Haitianer einsetzen."

Nachdem die Stacey Fortschritte gemacht hatte, wurde sie ins pädiatrische Zelt verlegt, wo ihre Mutter sie jetzt stillt.

Zahlreiche Geburten – viele zu früh

Seit das Krankenhaus am 28. Januar eröffnete, wurden 815 Babys geboren, durchschnittlich 40 pro Woche. Aber die Zahlen steigen: Allein während der ersten Juni-Woche kamen 68 Babys zur Welt. Das Krankenhaus führt zwar keine Statistik über die die Zahl der Frühgeburten, doch Dr. Masood kann bestätigen, dass zahlreiche Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. "Letzte Woche hatten wir ein Baby, das in der 25. Woche kam. Sie wog nur 710 Gramm und starb drei Tage später."

Frühgeburten werden durch viele Faktoren beeinflusst, aber die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mutter ist der Schlüssel. Die meisten Frauen, die zu uns kommen, leben in den behelfsmäßigen Siedlungen rund um das Krankenhaus.

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"Viele der Frauen mit Frühgeburten sind den sehr schwierigen und belastenden Bedingungen in den Notunterkünften ausgesetzt – mit viel Regen, ohne ausreichende Nahrung, Wasser oder sanitäre Einrichtungen", sagt Dr. Masood. Staceys Mutter, Many Filllia, war 14 Wochen schwanger, als das Erdbeben ihr Zuhause zerstörte und sie zwang, mit ihrem Mann und neun-jährigen Sohn Joveli auf der Straße zu leben, bevor sie eine Notunterkunft fanden.

Hilfe beim schweren Start

Many und die anderen Mütter können in der Kinderstation mit 20 Betten bleiben, bis ihre Babys an Gewicht zugenommen haben. Nach ihrer Entlassung stehen die Mütter jedoch vor der riesigen Herausforderung, ihre Töchter und Söhne während der kritischsten Monate ihres Lebens in einem Zelt oder unter einer Plane großzuziehen.

Schon vor dem Erdbeben, waren die Chancen für Kinder unter einem Jahr in Haiti schlecht: Ganze 25 Prozent der Babys wurden untergewichtig geboren und nur 50 Prozent der Säuglinge waren gegen Krankheiten wie Masern, Polio und Keuchhusten geimpft. Fast sechs Prozent der Kinder starben vor ihrem ersten Geburtstag.

Jetzt sind die Zahlen sogar höher und das Krankenhaus baut seine vorgeburtlichen Beratungen, Nachberatungen und Impfungen aus. Stacey wurde auf verschiedene physische Krankheiten und psychische Probleme getestet, die im Zusammenhang mit einer Frühgeburt stehen. Sie zeigt bisher aber keine Anzeichen von Behinderungen. "Stacey hatte einen schweren Start ins Leben hatten", sagt Dr. Masood, "aber sie hat Kampfgeist und es gibt keinen Grund, dass sie nicht zu einem gesunden Kind heranwachsen wird."

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Das DRK engagiert sich neben der medizinischen Versorgung im Feldhospital unter anderem auch beim Bau von Unterkünften. Lesen Sie mehr über die Aktivitäten des DRK im Erdbebengebiet.

28. Juni 2010 11:00 Uhr. Alter: 2 Jahre
 

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