Seniorenbüro: Keine Zeit fürs Sofa
Vielen älteren Menschen wird die Ruhe im Ruhestand zu viel. Andere vermissen nach dem Verlust ihres Lebenspartners zwischenmenschliche Nähe oder suchen nach einer erfüllenden Aufgabe. Deshalb möchten Senioren, die zu Katrin Kischkel kommen, oft nicht nur einfach aktiver am Leben teilnehmen, sondern auch „ihre Zeit anderen schenken“.
Frau Kischkel leitet das Seniorenbüro des Deutschen Roten Kreuzes in Espelkamp, Nordrhein-Westfalen, und hält die Fäden der verschiedenen Angebote und Projekte zusammen. Und davon gibt es viele. Die Senioren treffen sich zum Essen oder zu gemeinsamen Ausflügen, erlernen Fremdsprachen und Erste Hilfe oder treffen sich in Kreativgruppen. Beliebt sind auch die Computerkurse, denn „da braucht sich niemand zu scheuen, das Tempo richtet sich nach den Teilnehmern“, erzählt Kischkel. „Leider sind unsere Computer hoffnungslos veraltet und wir suchen dringend neue.“
Genauso dringend sucht Frau Kischkel Senioren für die Schulen in Espelkamp, denn diese sorgen nicht nur in ihrem eigenen Leben für Bewegung. „Unsere Ehrenamtlichen sind dort heiß begehrt“, erzählt sie. Mit dem Projekt „Jung und Alt – füreinander“ helfen die Senioren Schülern bei den Hausaufgaben und geben ihnen Nachhilfe. Das ist besonders wichtig für Kinder mit ausländischen Wurzeln, denn der Anteil an Migranten in Espelkamp ist sehr hoch.
Doch auch viele Jugendliche geben etwas zurück. Regelmäßig besuchen sie Senioren zu Hause, unterhalten sich mit ihnen, backen gemeinsam oder machen Spaziergänge. Aus der Gemeinschaft heraus selbst aktiv werden: Darum geht es Frau Kischkel. Im DRK-Projekt in Espelkamp funktioniert das hervorragend.
Das Seniorenbüro Espelkamp in Kürze
An wen richtet sich das Seniorenbüro?
Unter der Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Altkreis Lübbecke steht das Seniorenbüro für Menschen über 50 Jahre offen, die Leute kennenlernen und ein Hobby ausüben möchten oder die ihre Lebens- und Berufserfahrung ehrenamtlich einbringen wollen.
Welche Angebote gibt es?
Unter anderem Fremdsprachen-, Computer- und Erste-Hilfe-Kurse, Kreativgruppen, gemeinsame Essen oder Ausflüge.
Wie helfen sich Senioren untereinander?
Zum Beispiel durch Besuchsdienste, Telefonketten, eine Diabetiker-Selbsthilfegruppe.
Wie engagieren sich Senioren ehrenamtlich?
Im Projekt „Jung und Alt miteinander – füreinander“ helfen sie zum Beispiel Schülern bei Hausaufgaben oder beim Schreiben von beruflichen Bewerbungen. Umgekehrt besuchen Jugendliche aus Espelkamp Senioren zu Hause.
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