Somalia: Sauberes Wasser für Somaliland
 

Unsichere Wasserversorgung und eine katastrophale Gesundheitssituation kennzeichnen den Norden Somalias seit Jahrzehnten. Zusammen mit dem Somalischen Roten Halbmond baut das Deutsche Rote Kreuz die Wasserversorgung wieder auf und richtet vier Gesundheitsstationen ein.

Vom Bürgerkrieg zerrüttet
Die Spuren des seit 1991 andauernden Konflikts sind allgegenwärtig in Somaliland, der nord-westlichen Provinz Somalias. Die Wasserversorgung ist vielerorts zerstört. Vor allem die ländliche Bevölkerung hat in den Trockenzeiten kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Wasser, das krank macht
Die Menschen sind häufig gezwungen, Wasser aus offenen Wasserstellen zu trinken, in die auch Tiere zum Trinken hineinlaufen und dort ihre Fäkalien hinterlassen. Krankheiten, die durch das stark verschmutzte Wasser übertragen werden, können nur selten behandelt werden. Ein flächendeckend funktionierendes Gesundheitswesen gibt es nicht, und bakterielle Infektionen wie Cholera und andere Durchfallerkrankungen können schnell lebensbedrohliche Formen annehmen. Vor allem Kinder sind anfällig für durch Trinkwasser übertragene Krankeiten, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgeprägt ist und weil sie durch unzureichende Ernährung ohnehin schon geschwächt sind.

Brunnen und Wasserspeicher
Nicht nur das Regenwasser ist eine unzuverlässige Wasserquelle, auch Brunnen versiegen oft während der Trockenzeit. Daher findet man in Somalia häufig sogenannte "Berkads", einfache Wasserspeicher, die ein Dorf auch während der Trockenperiode mehrere Monate lang mit Wasser versorgen können. Berkads sind grosse, offene Zisternen, die zum Schutz vor Tieren, Verdunstung und Algenwachstum mit einem Netz und Dornengestrüpp abgedeckt werden. Oft ist das Mauerwerk jedoch marode, und das kostbare Trinkwasser versickert rasch in Boden. Mit Hilfe der Europäischen Union konstruiert und repariert das DRK 111 Berkads in Somaliland. Ausserdem legt das DRK in besonders Dürre-gefährdeten Regionen Tiefbrunnen an und baut bestehende Dorfbrunnen aus.

Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, trainiert das DRK Hygienearbeiter in 41 Dörfern. Diese Freiwilligen bringen ihrer Dorfgemeinschaft den sicheren Umgang mit Trinkwasser bei und schulen in persönlicher Körperhygiene und in der hygienischen Aufbewahrung und Zubereitung von Nahrungsmitteln.

Gesundheitsstationen
Da es in den ländlichen Regionen Somalias kein funktionierendes staatliches Gesundheitswesens gibt, haben der Somalische Rote Halbmond und das DRK damit begonnen, Basisgesundheitsstationen zu errichten. Diese funktionieren ähnlich wie große Hausarzt-Praxen. Sie behandeln alltägliche Krankheiten und Unfälle, betreuen schwangere Frauen und Mütter und bilden traditionelle Geburtshelferinnen aus. In den Ortschaften Dilla und Odweine sind ausserdem zwei größere Kliniken vorgesehen, die vom DRK aufgebaut, eingerichtet und betreut werden.

Auf neue Katastrophen vorbereitet
Dennoch - es kann jederzeit zu einer neuen Dürre kommen. Wenn die Trockenheit den Nomaden ihr Vieh und den Bauern ihre Ernte raubt, droht eine Hungersnot. Diese führt in einen Teufelskreis, denn die vom Hunger geschwächten Menschen sind besonders anfällig für Epidemien. Um schnell vor Ort reagieren zu können, trainiert das DRK Mitarbeiter des Somalischen Roten Halbmonds im medizinischen Bereich und im Management von Hilfsoperationen. Und die Vorbereitungen für den Bau weiterer Brunnen in Somaliland laufen in der Zentrale des Deutschen Roten Kreuzes schon auf Hochtouren.

Lesen Sie bitte ferner das Interview mit Dr. Petzhold zur Gesundheitsversorgung in Somalia.

Text: Susanne Kamp, Ulrich Wagner
Bilder: Harry Gülker, DRK

Datum: 31. August 2006



Die Wasserstellen, aus denen die Menschen trinken, müssen sie sich oft mit ihren Tieren teilen



Ein Mitarbeiter des Somalischen Roten Halbmonds testet das Wasser aus dem neuen Berkad



Auf dem Rücken von Eseln wird das Wasser in die oft kilometerweit entfernten Haushalte gebracht



Anhand einfacher Beispiele lernen die Dorfbewohner, ihr Trinkwasser sauber zu halten und ihre Gesundheit zu schützen


zur Online-Spende

Deutsches Rotes Kreuz
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 41 41 41
Bankleitzahl: 370 205 00

Stichwort: Afrika