Riesen-Mosquitos streiften über den Potsdamer Platz um auf den Welt-Malaria-Tag am 25 April aufmerksam zu machen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte gemeinsam mit seinem Partner, der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und mit Malaria no More Deutschland zu der Veranstaltung unter dem Motto „Mach die Mücke, Malaria“ auf dem Potsdamer Platz eingeladen.
„Die Lebensmittelkrise in Afrika wird auch das Problem der Malaria verschärfen, die Menschen müssen mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben und haben weniger für Medikamente und Behandlung zur Verfügung. Zudem werden Kinder und schwangere Frauen durch die Nahrungsmittelknappheit geschwächt und somit anfälliger für die Seuche“, erklärte DRK-Vizepräsidentin Freifrau Donata von Schenck.
Mehr Einsatz für den Kampf gegen Malaria gefordert
DRK, DSW und das Medikamentenhilfswerk action medeor überreichten der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Karin Kortmann, ein Forderungspapier zur Bekämpfung von Malaria, das von internationalen Fachleuten auf einer Konferenz in Bonn erstellt wurde.
Die Bundesregierung wird aufgefordert, mehr Geld für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit für Malaria-Programme zur Verfügung zu stellen, die Unterstützung der Malariapartnerschaft der Weltgesundheitsorganisation (Roll Back Malaria) wieder aufzunehmen und die Millenium Entwicklungs-Ziele einzuhalten.
Außerdem müsse der Zugang zu Malaria-Medikamenten für alle Betroffenen ermöglicht werden.
„Das größte Problem ist: Millionen Menschen in Entwicklungsländern haben aus Kostengründen immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten! Die Bundesregierung hat deshalb die Mittel für den Kampf gegen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria und für bessere Gesundheitssysteme deutlich erhöht. In diesem Jahr stellt das Bundesentwicklungsministerium dafür 500 Mio. Euro zur Verfügung. 200 Mio. Euro davon gehen an den Globalen Fonds“, sagte Staatssekretärin Kortmann.
DRK-Projekt im Kongo
Beim Torwandschießen sammelte Malaria no More Deutschland Spenden für ein Malaria-Projekt des DRK im Kongo. Dort wird die Bevölkerung aufgeklärt über die Übertragungswege der Seuche und wie man sich dagegen schützen kann. Außerdem verteilt das Rote Kreuz imprägnierte Moskitonetze an Schwangere und Familien mit Kleinkindern. „Jedes einzelne Projekt in Afrika, jedes verteilte Moskitonetz rettet Menschenleben. Aber es braucht mehr, um Malaria nachhaltig zu bekämpfen und wirksam reduzieren zu können: Es muss mehr Geld in Forschung und Entwicklung von Medikamenten gegen Malaria investiert und diese den Menschen in Afrika auch zugänglich gemacht werden“, forderte Freifrau Donata von Schenck.
Text: Iris Möker
Bilder: Margitta Zimmermann/DRK
Datum: 30. April 2008

Riesen-Mosquitos streiften über den Potsdamer Platz

DRK-Vizepräsidentin Freifrau Donata von Schenck fordert mehr Einsatz für den Kampf gegen Malaria

Parl. Staatssekretärin des Bundesentwicklungsministeriums, Karin Kortmann (rechts) erhält das Forderungspapier

In Mosquitozelten konnten sich die Besucher über Behandlungsmöglichkeiten für Malaria informieren