"Schweinegrippe" - Die neue Grippe H1N1
Informationen zur Influenzapandemie
Seit Frühjahr 2009 hat sich unter dem Namen „Schweinegrippe“ ein neues Grippevirus ausgebreitet, das gefährlicher sein könnte als die Erreger der alljährlich einsetzenden Grippewellen. Das Deutsche Rote Kreuz gibt Ihnen Antworten auf wichtige Fragen zum Thema „Schweinegrippe“ und Tipps zum Verhalten in der Risikozeit.
- Was ist "Schweinegrippe"?
- Wie gefährlich ist das neue Grippevirus?
- Welche Personen sind besonders gefährdet?
- Wie erkennt man die Krankheit?
- Wie steckt man sich an?
- Gibt es Medikamente?
- Wann kann man sich gegen "Schweinegrippe" impfen lassen?
- Wie kann man sich schützen?
- Wie ist man in Deutschland auf eine Grippepandemie vorbereitet?
- Was macht das Deutsche Rote Kreuz?
- Wo kann man sich informieren?
1. Was ist "Schweinegrippe"?
Der Erreger der neuen Grippe, der so genannten „Schweinegrippe“, ist ein neues Influenza A Virus mit Subtyp H1N1. Das Virus enthält Erbmaterial von Influenzaviren, die bei Vögeln, Schweinen und Menschen vorkommen. Das neue Virus wird per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Da der Erreger zuvor nicht auftrat, ist das menschliche Immunsystem nicht auf ihn vorbereitet und daher auch nicht geschützt.
2. Wie gefährlich ist das neue Grippevirus?
Die Verbreitung der so genannten "Schweinegrippe" verläuft ungewöhnlich schnell. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass eine globale Verbreitung nicht aufzuhalten ist. Mitte Juni erklärte die WHO die Ausbreitung der Krankheit zur Pandemie, zu einer weltweiten Epidemie. Der bisherige Verlauf der Krankheit bei infizierten Personen war in der Regel mild, in den am stärksten betroffenen Ländern gab es aber auch schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle. Da es sich um ein neuartiges Grippevirus handelt, gibt es in der Bevölkerung noch keinen Immunschutz gegen den Erreger. Es lässt sich nur schwer voraussagen, wie eine erwartete Grippepandemie verlaufen könnte oder ob sich das Virus zur jährlichen Grippezeit im Herbst/Winter weiter verändern könnte, was eine Behandlung erschweren könnte. Momentan sind in Deutschland rund 15.000 Menschen an Schweinegrippe erkrankt (Stand: 30.08.2009).
3. Welche Personen sind besonders gefährdet?
Chronisch kranke Menschen und Schwangere gehören zu den Risikogruppen, dazu kommen Personen, die von Berufswegen häufig in Berührung mit potentiellen Virusträgern kommen können, wie etwa medizinisches Personal. Während bei saisonalen Grippewellen unter älteren Menschen die häufigsten und schwersten Fälle festzustellen sind, ist die Mehrzahl der an der neuen Grippe erkrankten Personen unter 25 Jahre. Die WHO vermutet, dass ältere Personen einen geringen Schutz gegenüber des H1N1-Erregers haben könnten, da sie sich schon mehrfach mit H1N1 Influenza Subtypen im Rahmen der saisonalen Grippe auseinandergesetzt haben. Das könnte ein Vorteil gegenüber jüngeren Menschen sein, die nie mit einer Variante des Virus in Berührung kamen.
4. Wie erkennt man die Krankheit?
Bei Infektion mit dem neuen Virus treten ähnliche Symptome auf wie bei der saisonalen Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit. Manche Patienten klagten dazu über Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn diese körperlichen Anzeichen bei Ihnen auftreten.
5. Wie steckt man sich an?
Die Ansteckung geschieht wie bei einer saisonalen Influenza über eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch: Beim Husten oder Niesen werden Viren an die Umwelt abgegeben, die eingeatmet krank machen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen ca. ein bis vier Tage. Vermutlich kann man sich auch durch eine so genannte Schmierinfektion von mit Viren verunreinigten Oberflächen über die Hände anstecken. Es wird davon ausgegangen, dass die Viren mehrere Stunden auf diversen Oberflächen überleben können. Achten Sie im Alltag daher darauf, nicht überall anzufassen und waschen Sie Ihre Hände häufiger.
6. Gibt es Medikamente?
Es gibt antivirale Arzneimittel, die sich als wirksam erwiesen haben. Sie sind rezeptpflichtig und sollten unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
7. Wann kann man sich gegen Schweinegrippe impfen lassen?
An einem Impfstoff wird gerade unter Hochdruck gearbeitet. Die ersten Impfdosen werden frühestens zu Anfang Oktober erwartet (Stand: 30.08.09). Die Schutzimpfung ist freiwillig. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.
8. Wie kann man sich sonst schützen?
Vermeiden Sie den Kontakt zu eventuell infizierten Personen und meiden Sie im akuten Fall vorsichtshalber Massenveranstaltungen. Wie Sie sich im Alltag schützen können, zeigt Ihnen die Rotkreuz-Kampagne "Ihr bester Schutz sind Sie"
9. Wie ist man in Deutschland auf eine Pandemie vorbereitet?
In Deutschland existiert seit Jahren ein ausführlicher Nationaler Influenzapandemieplan, der regelmäßig aktualisiert wird. Dieser wurde von Bund und Ländern gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut erarbeitet, der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Bundesregierung zur Krankheitsüberwachung und –prävention. Darin sind die Maßnahmen, Aufgaben, Zuständigkeiten und Handlungsempfehlungen im Krisenfall geregelt wie auch vorbeugende Initiativen beschrieben. Impfen und Informieren der Bevölkerung sind ebenfalls Teil des Pandemieplans.
10. Was macht das Deutsche Rote Kreuz?
Die Umsetzung der Maßnahmen im Fall einer Grippepandemie und die Vorbeugung liegt in der Hand der Länder. Das Deutsche Rote Kreuz wirkt mit seinen Einsatzkräften im Katastrophenschutz und in der Gefahrenabwehr der Länder mit.
11. Wo kann ich mich informieren?
Zentrale Informationsstelle zur Situation der Schweinegrippe ist das Robert-Koch-Institut. Das Bundesgesundheitsministerium hat zusätzlich Informationsseiten zum Thema Schweinegrippe auf seiner Internetpräsenz eingerichtet. Dort erfährt man auch Ansprechpartner in den verschiedenen Bundesländern. Eine kostenlose bundesweite Telefonhotline für alle Bürger ist unter 0800 44 00 55 0 geschaltet (Mo – Fr, 8-18 Uhr). Die Internetseite „Wir gegen Viren“ gibt wichtige Hinweise zu vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz vor Viruserkrankungen.




