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Streumunition - unberechenbare Gefahr

Foto: Mehrere Streubomben auf einer Wiese.
Gefährlich: Weltweit forderten Streubomben bereits ca. 100.000 Opfer.

Ob Bauern auf dem Feld, Frauen beim Wasserholen oder spielende Kinder: Schätzungsweise 400 Millionen Menschen sind von der tödlichen Gefahr der Streumunition bedroht. Am 1. August tritt das internationale Übereinkommen zum Verbot von Streumunition in Kraft. Für das Rote Kreuz sind die unberechenbare Waffe und ihre Folgen längst ein Thema. 

Das macht Streubomben so gefährlich

Eine einzige Streubombe kann mehrere Tausend Sprengsätze enthalten und so große Flächen Land in ein gefährliches Minenfeld verwandeln. Tückisch ist, dass Streumunition eine hohe Blindgängerrate hat, das heißt viele Sprengkörper zünden beim Aufprall nicht sofort, sondern unter Umständen erst Jahre später. Kinder finden die oft grellbunten Metallhülsen im Freien und halten sie irrtümlich für Spielzeug.

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Das internationale Übereinkommen zum Verbot von Streumunition wurde im Sommer 2008 in Dublin beschlossen und im Oktober in Oslo unterzeichnet.

Die Räumung der verminten Gebiete ist aufwändig und kostspielig. Ganze Landstriche müssen millimeterweise abgesucht werden. Das dauert manchmal Jahrzehnte. Wiederaufbau und humanitäre Hilfe werden durch die unberechenbare Gefahr stark behindert und teilweise unmöglich.

Hoffnung im Kampf gegen Streubomben

Mit dem internationalen Übereinkommen zum Verbot von Streumunition ist es den Vertragsstaaten zukünftig verboten, Streumunition jeglicher Form einzusetzen, herzustellen, zu lagern oder zu verkaufen. Die Unterzeichner verpflichten sich ihre Bestände zu vernichten. Das Übereinkommen enthält zudem Bestimmungen zur Opferfürsorge, zur Räumung von explosiven Streumunitionsrückständen sowie zur internationalen Zusammenarbeit und Unterstützung. Es sind keine Übergangsregelungen vorgesehen. 106 Staaten haben das im Dezember 2008 in Oslo besiegelte Abkommen bisher unterzeichnet, 36 Staaten haben es ratifiziert.
In Deutschland ist jeglicher Umgang mit Streumunition bereits seit Juni 2009 untersagt.

So hilft das Rote Kreuz

Prothesen, Risikoaufklärung, Mikrokredite: Das Rote Kreuz unterstützt Opfer von Streubomben, Landminen und Blindgängern weltweit. So sind die internationalen Rotkreuzhelfer in Afghanistan, Albanien, Kambodscha und Eritrea sowie Äthiopien, Irak, Laos, Libanon, Tschetschenien, Sudan und Vietnam für die Minenopfer im Einsatz. In Afghanistan z.B. betreibt das IKRK sechs Orthopädiezentren, in denen Minenopfern Prothesen angepasst bekommen. Die oft auch psychisch traumatisierten Menschen erhalten so eine neue Perspektive. Mit gezielter Information von Kindern und Erwachsenen werden zudem schlimme Unfälle verhindert und Leben gerettet.

Foto: Vater am Krankenbett seines beinamputierten Sohnes.
Streubomben zählen zu den am meisten eingesetzten Luftabwurf-Waffen. 98 Prozent der Opfer sind Zivilpersonen.

Tod auf dem Acker

Der Comic des bekannten Schweizer Künstlers Patrick Chappatte illustriert das Thema Streubomben am Beispiel des Libanon. Schauen Sie sich den englischsprachigem Comic „Death in the fields. A comic-book report from Lebanon by Chappatte” hier an.

 

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