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DRK wählt den "Super-Rettungshund 2011"

Sie finden ausgebüchste Kinder und abtrünnige Heimbewohner, erschnüffeln Verschüttete in Trümmern und Verletzte in Wracks, sie trainieren unermüdlich, sind arbeitswillig und sehen gut aus – die Rettungshunde im Deutschen Roten Kreuz. Im Juli suchte das DRK die besten unter ihnen.

Knapp 50 geprüfte DRK-Rettungshunde bewarben sich um den Titel "Super-Rettungshund 2011". Die elegante Windhündin Bijata hat die "Facebook-Jury" überzeugt. Wir gratulieren zum Titel!

Diese zehn Hunde stellten sich zur Wahl

Josy – die kleine, laute Hundeoma

Josy heißt mit vollem Namen „Moon Rise Best Wishes DNA-VP“ und ist eine elfjährige Australian Shepherd-Hündin. Nach dem ersten Schnuppertraining in der Staffel wusste sie: Die Rettungshundearbeit ist meine Zukunft. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich, laut Hundeführerin Sophie Neugebauer, zum Super-Rettungshund. Als kleinster Hund hat sie das größte Spielzeug, die lauteste Stimme, gigantische Ausdauer und immer Bereitschaft und Willen zur Arbeit. Ihr Frauchen war bei Eintritt in die Staffel gerade zehneinhalb Jahre alt. Sie absolvierten gemeinsam zwei Jugendprüfungen, und 2010, als Frauchen endlich alt genug war, die Rettungshundeprüfung. Seitdem sind sie ein einsatzfähiges Team und bereiten sich gerade auf die Wiederholungsprüfung vor. Josy freut sich auf viele weitere Einsätze. Denn auch eine „Hundeoma“ kann noch Menschenleben retten.

Bijata - die Filmreife

Bijata ist eine 10 Jahre alte Hündin der Windhundrasse Barsoi. Die ausgebildete Mantrailerin wurde 2007 die Heldin eines schweren Verkehrsunfalls: Das Unfallauto liegt auf dem Dach, der Fahrer wird stabilisiert. Überraschend sagt er aus, er sei nach seiner Kneipentour nicht allein im Auto gewesen. Von dem unbekannten Beifahrer fehlte aber jede Spur. Rettungshundeteams, Polizeihubschrauber und Feuerwehren bleiben zunächst erfolglos. Als das Auto schon abtransportiert werden soll, trifft Bijata ein. Sie bekommt noch schnell die Nackenstütze des Beifahrersitzes – und führt ihre Hundeführerin Irmgard Peruzzi quer durch den Ort auf einen Werkhof. Dort liegt unter einer Decke der gesuchte junge Mann. Blutüberströmt und leicht verwirrt fällt er der Hündin um den Hals und flüstert „Du hast mich gerettet, das ist ja wie im Film.“ Bijata wurde mehr als 300 Mal alarmiert und hat viele Menschen gefunden. Auch ihre beiden Töchter sind mittlerweile ausgebildete Rettungshunde.

Mona – die Coole

Die elfjährige Schäfer-Briard-Mix-Hündin Mona ist auf Flächensuche spezialisiert. Sie hat bereits zwei Vermisste lebend gefunden. Ihr Hundeführer, Martin Grassler, sagt, sie sei ein genialer Familienhund, der „auf Knopfdruck“ 150 Prozent Einsatzbereitschaft bringt. Sie liebt Kinder und ist bei Vorführungen – beispielsweise in Kindergärten – die Coolste, wenn alle Kinder gleichzeitig auf sie zustürmen. Sie geht in ein paar Wochen in Rente – und Martin Grassler meint, ihr Nachfolger träte ein unheimlich schweres Erbe an.

Nicko – der Bläuling

Der Deutsche Schäferhund „Picko vom Mohrenfelsner-Land“ wird „Nicko“ gerufen und ist 11 Jahre alt. Eine große Überraschung für Züchterin und Hundeführerin Edith Mühlhans war der „Bläuling“ im Wurf. Dieser Farbschlag ist im Zuchtverein nicht erwünscht, aber Edith Mühlhans hat sich sofort in den Welpen verliebt. Dann stellte sich eine tolle Nasenveranlagung heraus – und er wurde zum Mantrailer ausgebildet. Picko war unermüdlich in seinem Arbeitseifer. Es war für ihn immer selbstverständlich, auf die Suche zu gehen – egal wie lange und wie oft. Er konnte Leben retten, und dafür hat er mit Frauchen gearbeitet. Jetzt ist Nicko gebrechlich geworden und hat sich seine Rente redlich verdient.

Brian – der rechnende Staffelpolizist

Der sechsjährige Border Collie Brian ist ausgebildet in Trümmer- und Flächensuche. Er lernt schnell und ist ungemein anpassungsfähig. Sein Hundeführer Michael Kielau sagt, Brian sei bei ihnen der Staffelpolizist. Unstimmigkeiten regelt er allein durch seine Autorität und ohne Konflikte. Bei Vorführungen mit Kindern ist er sehr beliebt – besonders, wenn Herrchen mit einem kleinen Trick beweist, dass Brian sogar Rechnen kann. Bei der Arbeit ist er temperamentvoll und zuverlässig. Viele Leute sagen, so einen Hund hätten sie auch gern. Aber Michael Kielau sagt, dass er Brian für kein Geld der Welt wieder hergeben würde.

Debby – die spritzige alte Dame

Debby ist mit 13 Jahren die älteste Bewerberin. Die Golden Retriever-Hündin kam mit 10 Wochen zu Franca Höhnel, die schnell merkte, dass Debby eine vernünftige Aufgabe brauchte. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten platzte bei Debby der Knoten und von da an war sie begeistert dabei, wenn Frauchen sich die Trainingssachen schnappte. Beide bestanden sechsmal die Prüfung, nahmen an vielen Einsätzen und Großübungen teil. Franca Höhnel sagt, sie sei ein genialer Familienhund, der bei Einsätzen vor Begeisterung sprüht und einfach nur arbeiten will. Nach einer Gebärmutter-Operation und komplizierter Genesung ist sie fast wieder die alte. Eine Prüfung werden die beiden allerdings nicht mehr ablegen. Debby soll einfach ihre Rente genießen und sich von Frauchen verwöhnen lassen.

Peipa – der Workaholic

„Hessenherders Ash“ wird „Peipa“ gerufen. Der vier Jahre junge Hollandse Herder ist als Trümmer- und Flächensuchhund ausgebildet. Peipa hat mit nur 17 Monaten seine erste Rettungshundeprüfung abgelegt. Seine Hundeführerin Meike Herbst sagt über ihn, er sei ein wahrer „Workaholic“ – und immer hoch motiviert bei der Arbeit. Peipa hat bereits drei Menschen gefunden: Einen stark unterkühlten, demenzkranken alten Mann. Einen Selbstmörder, der sich einige Tage zuvor im Wald erhängt hatte. Und eine junge Frau mit Selbstmordabsichten - lebend.

Debbie – die blinde Heldin

Die Border Collie-Hündin „Debbie von Messalina“ ist mit 11 Jahren in den Ruhestand getreten, denn sie ist an Diabetes erkrankt und zusätzlich erblindet. Trotzdem trainiert sie regelmäßig mit Hundeführerin Kerstin Bremer. Sie sagt über Debbie, sie könne ihr zu 200 Prozent vertrauen. Debbie hat einen unbezahlbaren Charakter, arbeitet gerne und ist immer zuverlässig. Den Höhepunkt ihrer gemeinsamen Zeit haben Hund und Frauchen 2007 erlebt: Die in Flächensuche ausgebildete Debbie hat einen Menschen gefunden, der rechtzeitig gerettet werden konnte und ohne Debbie nicht überlebt hätte.

Xantana – die Rentnerin im Klettergeschirr

Die elfjährige Labrador-Retriever-Hündin heißt eigentlich „Yellow Xantana von Silver Moonlights“ – und ist ausgebildet für Flächen- und Trümmersuche. Nach neun Jahren Rettungshundearbeit bekam sie 2010 von Staffelleiter und Herrchen Frank Günzel die offizielle Ruhestandsplakette. Über 30 Mal war sie im Einsatz. So suchte sie unter einem eingestürzten Kino und in einer abgebrannten ehemaligen Wäscherei nach dort vermuteten Menschen. Als sich ihr Herrchen für das Klettern begeisterte, begleitete sie ihn fortan häufiger im Klettergeschirr. So auch bei ihrem letzten Einsatz - in einem zerstörten Gebäude nach einer Gasexplosion in Lübben. Darüber berichtete sogar das regionale Fernsehen.

Jerry – der Dickkopf mit TV-Erfahrung

Jerry ist ein Golden Retriever-Berner Sennen-Husky-Mix und sieben Jahre alt. Hundeführer Joachim Görner nahm ihn schon mit acht Monaten zur Rettungshundestaffel mit, wo er mit viel Spaß lernte, seine Hundenase einzusetzen. Suchen ist seine Leidenschaft, nur bei der Unterordnung setzt sich sein Berner Sennen-Dickkopf manchmal durch. Vor ein paar Jahren berichtete sogar das regionale Fernsehen über ihn und seine Staffel. 10 Einsätze hat Jerry gemeistert. Seine gute Nase und Herrchens gute Augen führten kürzlich dazu, dass das Team einen Vermissten entdeckte, noch bevor Jerry überhaupt ins Auto springen und mit der Suche beginnen konnte.

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